Hundestaffel zeigt beim DRK ihr Können

Bellende Retter auf vier Pfoten

Kerstin Hans zeigt mit ihrer Hündin Maxi eine Gerätevorführung mit Leiter. Diese Übung dient dazu, den Hund darauf zu trainieren, auch schwierigere Einsturzstellen, die nur per Leiter erreichbar sind, zu bewältigen. Foto: Scholze

Dieburg (ves) - Routiniert setzt die zehnjährige Australian Shepherd-Hündin Maxi eine Pfote vor die andere und überquert zielsicher die Leiter, die als Hindernis dient. Maxi ist eine der aktiven Vierbeiner, die der Rettungshundestaffel Babenhausen angehören.

Die Rettungshundestaffel, die aktuell aus 16 Teams mit ein bis mehreren Hunden und ihrem Hundeführer besteht, wurde 1992 gegründet und ist die erste und älteste Staffel des Deutschen Roten Kreuzes. „Wir zählen zwischen acht bis zwölf Einsätze pro Jahr“, berichtet Kerstin Hans, die die Staffel seit 20 Jahren leitet und nun ihre Aufgaben kontinuierlich auf ihren Staffelleiter überträgt. Die meisten Einsätze seien unspektakulärer Natur, sagt Hans. Es handelt sich meist um Personen, die von Spaziergängen oder vom Joggen nicht nach Hause kommen und aufgefunden werden müssen. Allerdings ist oft auch viel Emotion dabei, wie bei der Suche nach Vermissten nach Bränden oder Gasexplosionen.

Das Team der Rettungshundestaffel hatte sich anlässlich des Aktionstages des DRK-Kreisverbandes in Dieburg eingefunden, um den Besuchern ihr Leistungsspektrums und einiges rund um die Ausbildung zu zeigen.

Dieser Aktionstag des DRK- Kreisverbandes fand dieses Jahr gemeinsam mit dem See’che-Fest der Freiwilligen Feuerwehr (siehe Artikel oben) statt. Gemeinsam bot man den Publikum ein buntes Aktionsprogramm.

„Wir feiern dieses Jahr 100 Jahre Kreisverband Dieburg und möchten uns mit dem Aktionstag einer breiten Öffentlichkeit präsentieren“, sagt der Vorsitzende und Kreisbereitschaftsleiter Peter Schilling.

Der DRK-Kreisverband Dieburg hat mit seinen 23 Ortsverbänden, über 6000 Mitgliedern und vielen aktiven ehrenamtlichen Helfern ein breites Aufgabenfeld zu bewältigen. Zu den regionalen Aktivitäten des Kreisverbandes zählen neben dem in der Bevölkerung am meisten bekannten Rettungsschutz auch die DRK-Kleiderkammer, Zivildienste, Erste-Hilfe-Kurse für Kinder und Erwachsene, betreute Patientenfahrten und Reisen, eine Kradstaffel, der Katastrophenschutz sowie die unzähligen Bereitschaften wie die sanitätsdienstliche Betreuung des Fastnachtszugs oder anderer Großveranstaltungen.

Über dieses Angebot konnten sich die Besucher einen Einblick verschaffen, sich selbst in Erster-Hilfe-Maßnahmen üben oder einen Blick in die Sonderfahrzeuge und deren spezielle Ausrüstung werfen. Für die Verpflegung sorgte eine Feldküche, in der dieses Mal Kuchen gebacken wurde.

Auch die Voraushelfer, die in Notfällen noch vor dem Rettungswagen lebenswichtige Rettungsdienste leisten, standen dem Publikum für Informationen direkt zur Verfügung. Diese Voraushelfer leisten besonders im Ortsverband Zeilhard-Georgenhausen mit 80 Einsätzen pro Jahr einen überdurchschnittlichen Einsatz. Vergleichsweise liegen diese Einsätze in Eppertshausen zwischen vier und acht pro Jahr. Das Interesse der Besucher nach Aktivitäten war an diesem Tag sehr groß und es wurden viele Fragen an die unzähligen Helfer gestellt.

EinenMangel an Aktiven sieht Schilling derzeit glücklicherweise nicht. Allerdings bereitet dem Kreisverband die Förderung eben dieser Aktiven aufgrund fehlender finanzieller Mittel Kopfzerbrechen.

„Wir wünschen uns planbare Fördergelder“, sagt Schilling und erklärt, dass zwar immer mal wieder Unternehmen im Umkreis zumeist eine projektbezogene Summe spenden, die breiten Fördermittel, die in die Ausbildung der Helfer fließen, jedoch rückläufig seien. So kostet beispielsweise eine ganzheitliche Führungsausbildung insgesamt rund 4000 Euro. Daher sei eben eine breite Förderung nötig, um die anfallenden Kosten auch weiterhin tragen zu können.

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