Auftritte und geöffneter Klostergarten

Bembeltanz und Hip-Hop beim Wendelinusfest

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Wendelinusfest in Dieburg

Dieburg - Bei gewohnt gutem Zuspruch hat die seit 1882 bestehende Dieburger Ortsgruppe des Odenwaldklubs (OWK) am Wochenende zum 39. Mal ihr „Wendelinusfest“ gefeiert.

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zum Gang durch den Klostergarten im Schatten der Wendelinuskapelle.

Zum offiziellen Auftakt am Samstagabend holte der OWK dabei ein Stück Volkstanz-Tradition auf den Parkplatz im Minnefeld. Dort trat die Trachtengruppe des OWK Reichelsheim auf – vier junge Männer und vier junge Frauen. „Wir sind normalerweise acht Paare, einige waren heute aber verhindert“, erzählte Tänzer Jakob Schnellbächer. Nach Dieburg haben die Reichelsheimer insbesondere durch ein Pfingstzeltlager, das Mitglieder diverser OWK-Ortsgruppen gemeinsam durchführen, und durch die Deutsche Wanderjugend Berührungspunkte. In Dieburg traten die Odenwälder erstmals auf, zeigten unter anderem einen „Bembeltanz“. „Das ist eine Art Locktanz“, lächelte Schnellbächer. „Die Männer wollen an den Bembel, den die Frauen in der Hand halten.“ Nach dem Auftritt war das Gläschen „Äppelwoi“ freilich ohne weitere Anstrengung drin. Neben einer Spende des Dieburger OWK war der Applaus der zur Eröffnung schon an die 150 Festbesucher der Lohn für die Gruppe.

Auf die folgte ein junges Duo der Tanzschule Wehrle, das eher dem Genre Hip-Hop- und Videoclip-Dancing zuzuordnen ist. Schon drei Stunden zuvor, am Nachmittag, hatten es sich derweil die ersten Gäste an der Kaffeetafel gut gehen lassen. Zudem waren die Inline-Skater von „Skate4you“ mit mehr als 50 Personen vom Platz an der ehemaligen Wirkungsstätte der Kapuziner gestartet.

Zum vielfältigen Programm am gestrigen Sonntag gehörte ein Auftritt des Kellerschen Männergesangvereins im Klostergarten.

Dass Bruder Paulus, Bruder Berthold und die anderen inzwischen zwar alle andernorts agieren, ihre Arbeit in Dieburg aber bis heute sichtbar ist, daran erinnerte der katholische Pfarrer Alexander Vogl: „Was die Kapuziner eins gesät haben, das wächst hier noch immer.“ Damit verwies er auf die Pracht im benachbarten Klostergarten, von der sich die Besucher gestern Nachmittag – wie auch vom musikalischen Können des Kellerschen Männergesangvereins und des Irish-Folk-Duos Paddy Schmidt und Ingo Gerlach – selbst überzeugen durften. Für die ehrenamtliche Pflege des „Franziskusgartens“ zeichnet seit drei Jahren eine Gruppe der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul verantwortlich. Als 2010 der einstige Kloster-Guardian, Bruder Berthold, die Umgestaltung des Gartens zum „Franziskusgarten“ mit dem Thema „Sonnengesang“ des heiligen Franziskus anregte, brachte sich auch ein „Freundeskreis der Kapuziner“ und der OWK ein.

Der Großteil des Festerlöses fließt auch diesmal wieder in die Instandhaltung der Wendelinuskapelle. Eine Daueraufgabe, schließlich ist am Marienkreisel besonders die Fassade des Kleinods einer starken Belastung von Autoabgasen ausgesetzt. Da ist es umso schöner, „dass das Fest seinen festen Platz im Veranstaltungskalender hat“, wie am Samstag Stadtverordneten-Vorsteher Harald Schöning sagte. Und Walter Goedecke, seit April neuer Vorsitzender des Dieburger OWK, betonte: „Das Wendelinusfest trägt dazu bei, dass Dieburg so liebens- und lebenswert ist.“ (jd)

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