Bergahorn für Dieburger Wald

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Machten im Dieburger Wald gemeinsame Sache: (von links) Referendarin Katrin Teuwsen, Marie Ludwig, Silke Brinkmann, Forstamtsleiter Helmut Seitel, DA-Redaktionsleiterin Lisa Hager und (im Vordergrund) Revierförster Peter Sturm.

Dieburg - Die Hände mit rutschfesten Handschuhen geschützt, festes Schuhwerk für guten Stand und vor allem stabile Sohlen sind nötig, um den Spaten mit geballter Kraft in die Erde zu stoßen. Von Verena Scholze 

Der unebene und von Wurzeln durchzogene Waldboden muss zuvor vom Nadelwerk rund um das Pflanzloch befreit werden, um ihn dann zu lockern und der Wurzelgröße entsprechend tief zu graben. „Das ist ganz schön schwierig“, stellt Lisa Hager, Redaktionsleiterin des Dieburger Anzeigers, fest und macht sich an die Arbeit.

Das typische Blatt des Bergahorns ziert beispielsweise die kanadische Nationalflagge.

Unterstützung erhält Hager von Forstamtsleiter Helmut Seitel, Revierförster Peter Sturm, Referendarin Katrin Teuwsen sowie Silke Brinkmann und Marie Ludwig, zwei Schülerinnen, die beim Girls' Day Einblick in die Arbeit des Forstamtes erhalten. Gemeinsam werden Bergahorne auf einer Freifläche gepflanzt, die durch Windwurf entstand.

Nachdem das Loch tief genug gegraben ist, setzt Hager mit gekonnter Hand den Sprössling ein und bedeckt das Pflanzloch mit Erde. „Das ist wie Gartenarbeit, nur anstrengender“,sagt sie lächelnd. Mit kritischem Blick begutachtet Sturm die Arbeit und gibt dann sein OK. „Gute Arbeit“,lobt er.

Bilder von der Pflanzaktion

Bergahorn für Dieburger Wald

Der internationale Tag des Baumes, der 25. April, fiel in diesem Jahr auf einen Samstag – das eröffnete die Möglichkeit, aus dem Tag des Baumes gleich ein „Wochenende des Baumes“ werden zu lassen und die Zeit bei strahlenden Wetter mit einem Waldspaziergang zu verbringen.

Zum Baum des Jahres 2009 wurde der Bergahorn gekürt, der neben Eiche und Kastanie zu den Arten gehört, die man sofort am Blatt erkennt. Ein Bergahorn-Blatt ziert beispielsweise die Nationalflagge von Kanada. Er ist die am meisten verbreitete Ahornart in Deutschland. Die Färbung seiner handförmigen Blätter im Herbst bezaubern viele Naturfreunde und erinnern an den „Indian Summer“ in Kanada.

Neben dem Blatt ist auch die Frucht des Bergahorns vielen Menschen bekannt. Seine propellerartigen Früchte sind ein witziges Spielzeug. Sie kleben auf der Nase wie ein Horn und zaubern den Kindern ein Lächeln ins Gesicht. An den so genannten „Nasenzwickern” hängt der Samen des Bergahorns. Werden sie vom Wind erfasst, erreichen sie bis zu 16 Umdrehungen pro Sekunde. Mit diesem biologischen „Hubschrauber” kann der Bergahorn seinen Samen weit verbreiten. Das ist effektiv, denn ein einziger Ahornbaum kann so den Nachwuchs für eine Fläche so groß wie ein Fußballfeld sicherstellen. Das Holz ist hart, aber leicht und sauber zu bearbeiten, es eignet sich gut zum Schnitzen, Drechseln, Beizen und Polieren, da es biegfest ist. Für den Außenbereich eignet sich Ahornholz allerdings nicht, es ist nicht witterungsbeständig und anfällig für Pilzbefall. Aus dem Holz werden Küchengeräte, Tischplatten, Möbel, Musikinstrumente und Parkett gefertigt.

Auch den Dieburger Forst zieren dank der Pflanzaktion neue Bergahornsprösslinge. „Das Ziel der Pflanzmaßnahmen ist es, einen stabilen und gesunden Wald aufzubauen“,erläutert Seitel, „und die Nachhaltigkeit des Waldes zu gewährleisten.“

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