Abi mit besten Perspektiven

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Verlassen die LGS und haben im Maschinenbau beste berufliche Perspektiven (v. l.): die Abiturienten Ingo Gerhardt, Benjamin Forst, Jannik Bohland und Simon Perrevoort.

Dieburg ‐ Nach ihnen wird sich die Wirtschaft in wenigen Jahren die Finger lecken: Simon Perrevoort (20, Münster), Benjamin Forst (20, Groß-Zimmern), Jannik Bohland (19, Schaafheim) und Ingo Gerhardt (19, Reinheim) legen in diesen Wochen ihr Fachabitur an der Dieburger Landrat-Gruber-Schule (LGS) ab - im Fachbereich Maschinenbau. Von Jens Dörr

Die Branche beklagt schon seit Jahren einen Fachkräftemangel, nicht einmal in der Wirtschaftskrise verstummten diese Stimmen.

Mit einer „besonderen Lernleistung“, wie es im Schuldeutsch heißt, legten sie vergangene Woche den letzten Stein zum Abitur: Sie stellten vor den Prüfern Projekte vor, die sie in den vergangenen Monaten skizziert, konstruiert und auch gebaut hatten. Maschinenbau gepaart mit Elektrotechnik - das Erstellen einer elektronischen Steuerung war eine der Vorgaben - mündete etwa in ein pneumatisches Hochregallager.

Das präsentierte Simon Perrevoort auch dieser Zeitung: Das Hochregallager - in Modellgröße gebaut, aber voll funktionsfähig - verfügt über neun Fächer, in die ein Greifer hineinlangen kann, um dort Waren zu platzieren oder herauszuholen.

In großem und kleinem Maßstab einsetzbar

Dies kann in größerem Maßstab etwa in Lagern großer Möbelhäuser zum Einsatz kommen, wo automatisch beispielsweise Pakete mit Tischen oder Stühlen nach Bestellung aus den Fächern entnommen werden und zur Warenausgabe gebracht werden können. In kleinem Maßstab nutze auch eine Apotheke im Weiterstädter Einkaufszentrum Loop 5 ein solches Lager, so Perrevoort.

Der 20-Jährige - in Dieburg unter anderem durch seine starken Leistungen bei den Blau-Gelb-Schwimmern bekannt - programmierte die Steuerung mit der für solche Anwendungen gängigen Sprache „Step 7“. Nicht nur die Software, auch die Hardware stammt aus seinen Händen: Der Abiturient musste dabei Herausforderungen aus E-Technik und Hydraulik meistern, übernahm jedoch auch die Schweiß- und Montagearbeiten selbst.

Anderes Projekt eine „Parkhausschaltung“

Die anderen Maschinenbauer der LGS beschäftigten sich außerdem mit einer Parkhausschaltung, die Autos zählt, Abgase misst und Ampeln schaltet (Benjamin Forst). Außerdem entwarf Ingo Gerhardt eine Sortieranlage für Klötzchen. Alle vier Schüler planen, ein Duales Studium oder ein reines Hochschulstudium aufzunehmen - sämtlich im Maschinenbau. Perrevoort nutzt dabei die Möglichkeit, gleichzeitig bei Weltkonzern Siemens in Frankfurt zu arbeiten und in Mannheim zu studieren.

Die LGSler blicken bester Hoffnung in ihre berufliche Zukunft, haben keine Angst vor dem als hart verschrienen Maschinenbau-Studium: „Wir wissen ja, woran es bei den meisten hapert - an Mathe“, sagt Jannik Bohland lächelnd. Da habe es bei ihnen dank des Leistungskurses aber überhaupt keine Probleme gegeben.

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