Besuchermagnet Martinsmarkt

Dieburg - Warmes Kerzenlicht und Weihnachtsbeleuchtung flackerte den Besuchern entgegen. Der Duft von Glühwein, gebrannten Mandeln, Bratwurst und weihnachtlichen Gewürzen zog von den verschiedenen Buden über den Platz und mischte sich zu einem Ganzen zusammen. Von Verena Scholze

Heimelige Stimmung machte sich breit und der vorher noch stressige Schritt verlangsamte sich zu einem Schlendern. Am Freitag war es endlich soweit, der 26. Dieburger Martinsmarkt öffnete seine Pforten. Zahlreich strömten die Besucher aus allen Richtungen in die Innenstadt.

Traditionell und doch neu und aktuell, so präsentierte der Gewerbeverein Dieburg mit Marktmeister Alois Ostner diesen Markt, der sich im Laufe der Jahre zu einem in der ganzen Region beliebten Großereignis entwickelt hat. 130 Anbieter boten wie in den letzten Jahren ihre Ware feil. Eine ausgewogene Mischung aus Essens- und Warenständen erwartete die Besucher.

Stände mit Kunsthandwerk wie Holzschnitzereien, Schmuck, Weihnachtsschmuck, Kristall- und Edelsteinen luden die Besucher zum vorweihnachtlichen Kauf ein. „Ich habe jedes Jahr meine Stammkunden“, berichtete eine Ausstellerin aus Berlin, die Ritterspielzeug und Musikinstrumente für Kinder anbietet.

An den Ständen der angereisten Gäste der Partnerstädte Mlada Boleslav und Aubergenville konnte man nicht nur landestypisch essen und trinken, es wurden auch langjährige Freundschaften erneuert und in geselliger Runde neue geschlossen.

Bereits der Freitag präsentierte sich sehr besucherstark. Bei traumhaftem Herbstwetter strömten auch am Samstag und Sonntag mehrere zehntausend Besucher, die sich durch die Zuckerstraße und über das Marktgelände schoben.

Der Historische Markt, der seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des Martinsmarktes ist und sich über den Fechenbachpark erstreckt, ist mit seinen Attraktionen ein Publikumsmagnet für kleine und große Besucher. Dieses Jahr präsentierte er sich mit einem neuen Konzept, das unter der Leitung von Heyke Möller umgesetzt wurde.

Martinsmarkt 2011 in Dieburg

Mittelalter beim Martinsmarkt

Neben historischem Handwerk wie es Schmied Horst Hechler aus Zwingenberg präsentierte oder der Gruppe rund um Patrice Klein, der mit seiner Zeltstadt aus Luxemburg angereist war, erwartete die Besucher mittelalterliche Marktmusik der Gruppe „Liudon Incorruptus“ aus Reinheim, die mit Dudelsäcken und Trommeln für ausgelassene Stimmung sorgten. „Benny der Gaukler“, extra aus Groß-Bieberau angereist, belustigte das Volk mit seinen Jonglierkünsten und die Feuershow der „Burning Dragons“ entlockte so manchem Besucher ein „Ah“ und „Oh“.

Beide Teile des Martinsmarktes wurden durch gemeinsame Aktionen miteinander verwoben und so der Zusammenhalt zwischen heutigem Gewerbe und altem Brauchtum hergestellt.

Zwei Markteröffnungen am Freitag machten den Auftakt. Am Sonntag wurde das Miteinander durch einen gemeinsamen Gottesdienst fortgesetzt, zu dem der in historischem Gewand gekleidete Bürgermeister Dr. Werner Thomas die Luxemburger Gäste an der Zeltstadt abholte. Gemeinsam wanderte man in Richtung Kirche, wo sie von Pfarrer Alexander Vogl erwartet und in die Kirche geleitet wurden. In alter Manier legten die Ritter ihre Waffen vor dem Altar ab und die Damen und Herren nahmen links und rechts getrennt voneinander Platz. „Es war ergreifend“, berichteten die teilnehmenden Gäste des Gottesdienstes.

Besucher, Anbieter und Organisatoren waren gleichermaßen angetan vom 26. Dieburger Martinsmarkt und getreu dem Motto „nach dem Martinsmarkt ist vor dem Martinsmarkt“ blickt man voller Vorfreude bereits auf das nächste Jahr.

Rubriklistenbild: © V. Scholze

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