Thema in der Stadtverordnetenversammlung

Betreuung wird wohl teurer

Dieburg - Die vom Magistrat vorgeschlagene Erhöhung der Kindergartenbeiträge ist heute Abend in der öffentlichen Sitzung der Stadtverordenten (Beginn 19. 30 Uhr) ein wichtiger Punkt auf der langen Tagesordnung. Von Lisa Hager

Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich bereits mehrheitlich für eine durchschnittliche Erhöhung um rund zehn Prozent ausgesprochen.

Dass die Kinderbetreuung für Eltern in Dieburg teurer werden wird, steht außer Zweifel. Aber über die Details wird wohl heute Abend noch diskutiert werden. Mit der Höhe und der Struktur der Beitragssätze taten sich aber schon die Mitglieder des vorab diskutierenden Haupt- und Finanzausschusses schwer. Die Stadt betreibt keine einzige der acht Kinderbetreuungseinrichtungen Dieburgs selbst, sondern arbeitet mit Vereinen, freigemeinnützigen Trägern und den Kirchengemeinden zusammen. Die Stadt muss jährlich rund drei Millionen Euro für die Kinderbetreuung aufbringen, der nach den Personalkosten für die städtischen Mitarbeiter zweitgrößte Posten im Haushalt.

Grundstruktur der Elternbeiträge ist einheitlich

Trotz der unterschiedlichen freien Träger der Einrichtungen ist die Grundstruktur der Elternbeiträge einheitlich. Bislang setzte sich der Beitrag aus dem Preis für die „Grundversorgung“ und den Staffelungen für die darüber hinaus gehenden Angebote zusammen. Das aber sorgte für Verwirrung in der Diskussion. Laut Magistratsvorlage kosten nämlich derzeit zwei verschiedene Zeitmodelle – einmal fünf Stunden pro Tag von 7.30 bis 12.30 Uhr zum anderen sieben Stunden mit zusätzlich zwei Nachmittagsstunden von 14 bis 16 Uhr – den gleichen Preis von 105 Euro pro Monat. Jetzt soll es nur noch ein Grundangebot geben: von 7.30 bis 12.30 Uhr. Jede Betreuungsstunde mehr sollen die Eltern per einheitlichem Satz dazu kaufen können. Das jedenfalls haben die Ausschussmitglieder nach längerer Diskussion mehrheitlich empfohlen. Auch die Leiterin des katholischen Kindergartens St. Josef plädierte für das Modell, um damit flexibler auf Elternwünsche reagieren zu können.

Weniger Konsens gab es in der Diskussion über die Frage, wie und nach welchem Zeitplan die Elternbeiträge erhöht werden sollten. Während die SPD erst einmal für eine Überprüfung der tatsächlichen Kosten bei den Trägern plädierte, machte sich Wilhelm Reuscher (FDP) für eine Erhöhung um fünf Prozent – dafür aber auch in den Folgejahren – stark.

Jede Zukaufsstunde käme auf 20 Euro

Eine Mehrheit fand der Vorschlag von Dr. Harald Schöning (CDU), den Satz durchschnittlich um zehn Prozent zu erhöhen. Somit wurde den Stadtverordneten für die heutige Abstimmung empfohlen, im Ü-3-Bereich die fünfstündige Grundversorgung auf 115 Euro por Monat anzuheben, jede Zusatzstunde würde demnach zwölf Euro kosten.

Im U-3-Bereich wird es deutlich teurer werden: Die Grundversorgung schlägt mit 155 Euro monatlich zu Buche. Eine Zukaufsstunde käme auf 20 Euro.

Da man aufgrund des neuen hessischen Kinderförderungsgesetzes (KiföG) Mehreinnahmen erwartet (wir berichteten), sollen die Beitragssätze für Geschwisterkinder um 50 Prozent reduziert werden.

Thema ist auch der Edeka-Markt

Weitere Themen sind heute Abend unter anderem die geplante Ansiedlung eines Edeka-Marktes auf dem Gelände der Gärtnerei Spieß in der Groß-Umstädter Straße, die Konzeptstudie zum Neubau eines Sportzentrums und die Fertigstellung der Freifläche am Museum Schloss Fechenbach.

Weitere Artikel zum heutigen Antrag von CDU und Grünen auf eine Übergangslösung bei G8/G9 in der Goetheschule sowie zu der möglichen Ansiedlung einer Logistikfirma im Dieburger Dreieck, die auch Thema ist, auf Seite 3.

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