Bewegte Kampagne liegt hinterm KVD

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Abschied von zwei Vorstandsmitgliedern: Augustin Lohrum (Mitte) und Konrad Kurbel (zweiter von rechts) mit den KVD-Vorständen Friedel Enders (zweiter von links), Gunter Fries (links) und Matthias Sahm (rechts).

Dieburg - Zwei Stunden dauerte die Jahreshauptversammlung (JHV) des Karnevalverein Dieburg (KVD) am vergangenen Mittwoch. Bemerkenswerter als die Dauer war indes der Ort: Die 59 der rund 1600 Mitglieder, die zur JHV gekommen waren, tagten im Zeughaus im Industriegebiet-Nord.Von Jens Dörr

Das Zeughaus war im November vergangenen Jahres - kurz vor dem „Äla-Uffweck-Owend“ - bekanntlich Opfer eines Brands geworden (wir berichteten mehrfach).

So sah es während der Renovierungsphase im Zeughaus aus. Ledilgich der Clown an der Wand hatte da gut lachen. Inzwischen ist alles wieder aufgeräumt und der Brandschaden behoben. Foto: Dörr

Inzwischen sind die Renovierungen laut Ex-Präsident und Pressewart Wolfgang Dörr vollständig abgeschlossen. 100 000 Euro Schaden hatte der Brand verursacht - einen Großteil der Kosten trägt die Versicherung. „Einige kleine Abrechungen sind mit der Versicherung aber noch zu klären“, nennt Dörr als Grund, weshalb der Anteil, den der KVD aus eigenen Mitteln stemmen musste, noch nicht genau feststeht. Klar ist aber, dass der Verein beispielsweise die Erneuerung der Fahrzeughalle selbst tragen musste: Sie geschah freiwillig, war vom Brand nicht betroffen gewesen. Dennoch sei der Verein finanziell weiterhin bestens aufgestellt, habe das vergangene Geschäftsjahr „mit einem positiven Ergebnis“ (Dörr) abgeschlossen.

Dazu trügen übrigens auch Einnahmen aus der Photovoltaikanlage bei. Wer das Zeughaus betritt, erfährt den neuesten Stand der Einspeisungen ins Stromnetz auf einer Tafel.

Die Fastnacht und jedwede närrische Intention des KVD haben natürlich nicht in erster Linie mit dem schnöden Mammon zu tun - ein letztes Mal soll es in diesem Artikel dennoch ums Geld gehen: Das wird nämlich mit Blick auf die nächsten Sitzungen Anfang 2012 zum Thema.

Sieben Erwachsenen- und zwei Kindersitzungen plant der KVD, erstmals finden sie in der „Römerhalle“ statt. 500 Sitzplätze stehen pro Veranstaltung zur Verfügung, in der „Ludwigshall“ waren es 350. „Der große Schub ist ausgeblieben“, sagt Wolfgang Dörr mit Blick auf die eher geringe Reduzierung der Sitzungszahl. In der „Luha“ waren es bei den Erwachsenen meist neun oder zehn Sitzungen, bei den Kindern wie künftig zwei.

2 000 Euro Saalmiete pro Fastnachtssitzung

„Die Kindersitzungen waren beim letzten Mal so schnell ausverkauft, da kommen wir auch in Zukunft nicht an zwei Sitzungen vorbei“, meint Dörr. Zudem sei es kein Beinbruch, wenn im schlimmsten Fall „nur“ zweimal 400 Zuschauer kämen und die „Römerhalle“ damit nicht ausverkauft sei. An der Jugend werde beim Karnevalverein sowieso nicht gespart, betont Dörr.

Nun aber zum Geld: Der KVD kalkuliert mit 2 000 Euro an Kosten pro Nutzung der „Römerhalle“. Schließlich kämen zu den Kosten für den großen Saal noch weitere für Garderoben, Technik und einiges mehr zusammen, rechnet Dörr vor und verweist darauf, dass der KVD in der „Luha“ nahezu keine dieser Kosten hatte.

Eine Mengenermäßigung, da der KVD doch Vielfach-Nutzer der Halle werde, dürfte laut Dörr nicht möglich sein.

Zwei Folgen wird das für die Narren haben: Erstens dürften die Tickets für die Sitzungen teurer werden. Dörr drückt sich so aus: „Wahrscheinlich kommen wir um eine Erhöhung der Preise nicht herum.“ Zweitens dürften Veranstaltungen des KVD, die nicht die sicheren Einnahmen wie bei den Sitzungen garantieren, auf den Prüfstand kommen und gegebenenfalls gar nicht oder zumindest nicht in der „Römerhalle“ stattfinden.

Prinzenball bringt fast keine Einnahmen

So bringt etwa der „Prinzenball“ am Dienstagabend fast keine Einnahmen durch Eintritt, weil Teilnehmer des Zugs seit jeher freien Eintritt haben.

Apropos „Prinzenball“: Hier sieht Dörr Handlungsbedarf bei der Konzeption. Zwar war die „Luha“ in diesem Jahr proppenvoll, als das Hessenfernsehen kam. Danach sei „der Abend aber abgebrochen“. Beim KVD werden Gedankenspiele gehegt, den Abschluss künftig eventuell in der „Römerhalle“ und drum herum zu machen und „vielleicht gegen 21 Uhr zu beenden“. Auch Dörr hat festgestellt: „Die meisten sind dann ganz einfach platt.“ Immerhin stecken wahren Fastnachtern dann schon vier Tage Äla-Party und ein Umzug in den Knochen.

Der neue Zugweg sei insgesamt gut angekommen, resümierte Dörr außerdem. Beim Wetter am Fastnachtdienstag ließ sich Anfang März ohnehin kein Härchen in der Suppe finden.

Auch der Prinzenwagen wird aufgemöbelt

Neben der ausführlichen Präsentation der KVD-Bilanz durch Karlheinz Hoffmann, dem programmatischen Rückblick sowie Vorstandswahlen und Verabschiedungen (siehe blaue Info-Box unten), ließ sich Dörr auch schon weitere Vorhaben des Dieburger Großvereins entlocken: Die Wagen für Prinzenpaar und Ex-Prinzenpaar sollen - wenn möglich bis Anfang des kommenden Jahres - ebenfalls erneuert werden. Beim Elferratswagen war dies vor dem diesjährigen Fastnachtsumzug bereits geschehen.

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