Bewegung macht Kinder fit fürs Lernen

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Begeistert testeten die Schüler der Marienschule die Bewegungsspiele.

Dieburg ‐ Die Schüler der Marienschule hatten großen Grund zur Freude, denn sie durften sich als eine von zehn Grundschulen bundesweit zu den Gewinnern eines speziellen Workshops zählen. Um Lehrern neue Impulse zur Bewegungsförderung an die Hand zu geben, startete der Verein „Mehr Zeit für Kinder“ (MZFK) gemeinsam mit Karamalz im Februar eine Ausschreibung. Von Verena Scholze

Zur Verlosung standen zehn Workshops zur Förderung exekutiver Funktionen mit Bewegungsmaterialien für den Sportunterricht. „Bewegung, Spiel und Sport fördern die Lernbereitschaft und die Konzentration“, so Katharina Zoll, Projektmanagerin vom MZFK, und beruft sich damit auf eine Erkenntnis, die eine Studie des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) zu Tage brachte. Unter der Leitung des bekannten Hirnforschers Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer wurde ein spezielles Förderprogramm für Schulen entwickelt: Fex - Förderung exekutiver Funktionen.

Als exekutive Funktionen bezeichnen wir die Funktionen, die das menschliche Denken und Verhalten steuern und somit die Aufmerksamkeit und das Verhalten ermöglichen“, erklärte Dr. Sabine Kubesch vom ZNL. „Dies beinhaltet beispielsweise die Fähigkeit eines jeden, Entscheidungen zu treffen oder seine Impulse und Emotionen zu kontrollieren“, sagte Kubesch. „Mit diesen Spielen können die geistigen Fähigkeiten der Schüler spielerisch im Sportunterricht trainiert werden“, erläuterte Zoll.

Bewegungsspiele und Gedächtnisaufgaben

Der Workshop dient zum Kennenlernen und als Grundlage, um die Gehirnfunktionen schon frühzeitig, also bereits im Kindergarten und der Grundschule gezielt zu fördern“, ergänzte Kubesch. Basierend auf dieser Grundlage kann das Bewegungsprogramm von den Lehrern und Pädagogen nicht nur im Sportunterricht, sondern auch im Klassenraum in abgewandelter Form angewandt werden.

Dem spielerischen Workshop vorausgehend erhielt das Lehrerkollegium der Marienschule eine Einweisung in die exekutiven Funktionen. Dann durften die Schüler in fünf klassengroßen Gruppen die Bewegungsspiele in der Turnhalle testen. Unter Anleitung geschulter Mitarbeiter wie Petra Malenkjo (ZNL) undJens Köhler (MZFK) wurden Fang- und Bewegungsspiele durchgeführt. So ahmten die Kinder verschieden Tiere nach oder jagten einander in verschiedene Stationen. Gleichzeitig zur Bewegung erhielten sie kleine Gedächtnisaufgaben, wie das Merken verschiedener Tiere. „Ich bin ein Frosch“, rief Laura. Henrike Hemida, Lehrerin der Marienschule, blickte prüfend auf die verdeckte Spielkarte und bestätigte Lauras Antwort. Diese sauste lachend los, um sich eine neue Tierkarte zu holen.

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