Biergarten, Catering: alles wird anders

Wenn sich beim Schlossgartenfest auch vieles ändert: Beim Vergnügungspark bleibt alles beim Alten - ihn organisiert weiterhin die Ferling GbR aus Offenbach. - Foto: Dörr

Schlossgartenfest: Franz Widmann Festzeltbetriebe erstmals Ausrichter/ Stadt zahlt nur bei Feuerwerk mit, hat aber auch keine Einnahmen. Von Jens Dörr

dieburg - Das Schlossgartenfest geht zurück auf Los: Bei seiner 51. Auflage wird sich die Dieburger Traditionsveranstaltung, die kommende Woche Freitag (13. Juli) beginnt und bis einschließlich Montag (16. Juli) dauert, vielfach in neuem Gewand präsentieren. Erste spürbare Veränderung ist bereits das Datum, fand das Fest sonst doch meist ein bis zwei Wochen später im Juli statt. Der frühere Termin hat mit dem Unternehmen Franz Widmann Festzeltbetriebe zu tun, das erstmals als Ausrichter fungieren wird. Das von Franz Widmann inhabergeführte Unternehmen stemmt ab dem 27. Juli schon wieder die Spessartfestwoche in Lohr am Main. Bis morgen noch ist Widmann zudem Gastgeber der Gemütlichkeit beim Heimatfest in Gemünden. Davon unbeeinträchtigt kann man sich auf dem Festplatz im Schlossgarten bereits davon überzeugen, dass das Zelt in seinen Grundzügen bereits steht.

Apropos Zelt - hier müssen sich Tausende Gäste aus Nah und Fern gleich mehrfach umstellen. Nicht nur, dass in diesem Jahr kein Dieburger Verein mehr bei Ausschank oder Programmgestaltung involviert ist (die einstmals angedacht Bewirtung an der Weintheke durch den Karnevalverein gibt es ebenfalls nicht); auch Gastronom Zuspann aus dem Osthessischen ist nicht mehr an Bord. Für die deftige Kost sorgen Franz Widmann und seine Mitarbeiter. „Zuspann wurde eine Beteiligung in kleinerem Rahmen angeboten, die kam für ihn aber nicht infrage“, sagt Wolfgang Dörr, der für die Stadt die Zusammenarbeit mit Widmann hergestellt hat und koordiniert. Dörr kennt Widmann seit mehr als 20 Jahren persönlich, lobt ihn in den höchsten Tönen: „Er ist der geborene Festfeierer, immer selbst präsent.“ Bodenständig sei der Unternehmens-Chef geblieben, setze sich auch mal selbst in den Gabelstapler.

Widmann - für den sich in letzter Instanz der Magistrat entschieden hatte - sorgt für die Rundumbetreuung, stellt auch die Musikgruppen zusammen (siehe Infokasten). Generell, so Dörr, der sich mit anderen Fastnachtern schon oft persönlich von der Güte Widmanns Feste überzeugt hat, sei Widmann prinzipiell aber auch offen für Anfragen regionaler Bands. In diesem Jahr wird aber noch keine solche spielen. Das könnte kommendes Jahr, wenn (wie berichtet) der Turnverein Ausrichter des Schlossgartenfests sein wird, wieder anders sein. Danach, also 2014, soll Widmann erneut übernehmen und dann auch langfristig - was aber noch vom Verlauf des diesjährigen Fests abhängig sein dürfte.

Im Zentrum stehen wird ein 70 auf 29 Meter großes Zelt, dessen Boden mit Holzbohlen belegt ist und es somit keine Staubprobleme wie in früheren Jahren geben dürfte. Ein gesondertes Weinzelt gibt es nicht mehr, aber eine abgetrennte eigene Cocktail-Bar für die Stunden bis in den frühen Morgen. Es gibt aber einen Bereich für Weintrinker und eine Bar am Rande des Hauptzelts, aus dem diese Teile auch beschallt werden, wenn gerade keine Gruppe aufspielt. Die kultigen, proppenvollen Barnächte mit einheimischen DJs wie Robert „Robby“ Mathy und Thorsten „Bembi“ Stemmler gehören zumindest in diesem Jahr aber der Geschichte an. Den Biergarten südlich des Festplatzes wird es in seiner bisherigen Form ebenfalls nicht mehr geben. Wolfgang Dörr aber beruhigt: „Das Hauptzelt kann an seinem südlichen Teil geöffnet werden, zudem werden auch davor entlang des Weges bei entsprechendem Wetter Sitzmöglichkeiten unter freiem Himmel bestehen.“

Alles beim Alten bleibt hingegen beim Vergnügungspark mit Buden und Fahrgeschäften nördlich des Zelts. Damit beauftragte die Stadt wieder die Ferling GbR aus Offenbach. Wichtiger Treffpunkt insbesondere für die Dieburger soll auch wieder der Montags-Frühschoppen werden, für den aufs Neue zu Bierspenden aufgerufen wurde. Die offizielle Eröffnung war in den vergangenen Jahren immer samstags durch Bürgermeister Werner Thomas, der in diesem Jahr das Fass indes schon freitags um 19.30 Uhr anschlägt. Das Fass wird Darmstädter Bier beinhalten.

Während das Fest durch den Profi-Ausrichter ein wenig sein Dieburger Gesicht verliert, hat die Stadt laut Dörr deutlich reduzierte Arbeit im Vorfeld des Ereignisses. Für Toiletten und Sanitätsdienst kommt sie auf, sorgt auch für die Reinigung um das Zelt herum. Eine Gebühr für die Nutzung des Platzes erhebt sie von Widmann nicht. Man habe nicht dessen Zusage und überhaupt einen Fortbestand des Fests durch eventuell zu hohe Forderungen gefährden wollen, so Dörr. Das könne aber bei einer erneuten Ausrichtung durch Widmann ganz anders aussehen.

Heraus ist die Stadt aus dem Risiko, im Verlustfall dafür gerade zu stehen, wie es bei der Ausrichtung durch die Vereine gehandhabt worden war. Vermiest das Wetter die Bilanz Widmanns, ist das dessen Problem. Andererseits erhielt die Stadt stets Anteile am Gewinn der Vereine, so es etwas zu verteilen gab - auf Festeinnahmen darf sie nun nicht mehr hoffen. Das Feuerwerk, das am Montagabend um 22.30 Uhr steigt, bezahlen zu je einem Drittel die Stadt, Widmann und Ferling.

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