Billige „Knochen“ statt edler Muschelkalk-Mixtur

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Ein altes Thema, mit dem sich Verwaltung und Magistrat schon seit 2008 beschäftigen: die Instandsetzung der Wege im Dieburger Friedhof

Dieburg ‐ Ein altes Thema, mit dem sich Verwaltung und Magistrat schon seit 2008 beschäftigen, bekam am Donnerstag konkretere Züge: die Instandsetzung der Wege im Dieburger Friedhof. Von Dirk Beutel

Hierzu haben die Stadtverordneten am 28. Januar einen Beschluss gefasst, der Bürgermeister Dr. Werner Thomas beauftragt, ein entsprechendes Konzept vorzulegen. Dieses wurde den Fraktionen Ende Juni vorgelegt. Daraus konnten die Ausschussmitglieder entnehmen, welche Wege mit Kies und welche mit Betonpflaster ausgelegt werden sollen.

Bis zum Jahr 2014 ist geplant, sechs Wege mit Betonpflaster auszubauen. Voraussichtliche Gesamtkosten: rund 290 000 Euro. In der Summe enthalten ist auch eine potenzielle Verbreiterung der Wege. Außerdem sollen weitere sechs Wege zwischen 2015 und 2018 mit Kies wieder auf Vordermann gebracht werden (geplante Kosten: 109 000 Euro).

„Nummer Neun“ kommt zuerst dran

Als erster sollte der im Plan als „Nummer neun“ gekennzeichnete Weg gepflastert werden. „Nummer neun“ gilt mit seinen 300 Quadratmetern als klassischer Durchgang, als „Hauptallee“ des Friedhofs, insbesondere für Besucher, die aus der Straße „Am Altstädter See“ kommen. Für die Instandsetzung lagen dem Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr fünf verschiedene Muster zur Auswahl vor. Preislich variierten die Steine zwischen 14,99 und 24,99 Euro pro Quadratmeter (brutto). Verlegekosten und Herrichtung des Untergrundes sind für alle Varianten gleich.

Nur einige wenige Ausschussmitglieder sprachen sich für die teure Ausgabe „Muschelkalk-Mix“ aus (24,99 Euro). Vorteile: Das Pflaster ist rollatorfreundlich und Regenwasser kann zwischen den Fugen versickern.

Verbundplaster statt Muschelkalk-Mix

verbundpflaser oder Muschelkalk-Mix - auch eine Frage des Geldes.

Als einzige sprach sich Mechthild Pfeil (CDU) grundsätzlich gegen eine Bepflasterung aus: „Im Park sieht es auch nicht anders aus. Wir müssen den Weg nicht machen.“ Da konterte Herbert Nebel (Grüne): Die Friedhofswege seien beispielsweise „im November unerträglich“.

Jedoch wollte sich das teure Pflaster nicht bei den Ausschussmitgliedern durchsetzen. Eine Bepflasterung mit dem Muschelkalk-Mix würde mit rund 7 000 Euro Materialkosten zu Buche schlagen - alleine für den Weg Nummer neun.

Stattdessen keimte eine Alternative auf: der „Knochen“, also herkömmliches Verbundpflaster. Dieses kostet pro Quadratmeter nur 9 Euro und liegt ohnehin vor der Friedhofskapelle bereits aus.

Gründe genug für den Ausschuss, die billige „Knochen“-Variante allen anderen Mustern vorzuziehen und den Stadtverordneten als Empfehlung vorzulegen.

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