Karnevalverein Dieburg

TÜV bleibt freiwillige Angelegenheit

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Noch wenige Tage, dann sind auch Dieburgs Straßen wieder fest in Narrenhand. Der Kinderumzug am 23. Februar sowie der große Umzug am 4. März bringen diesmal zusammen 4 500 Teilnehmer auf die Beine. Die Ehrentribüne steht beim großen Umzug erneut in der Straße „Hinter der Schießmauer“. Im Hintergrund in der Mitte der Tribüne zu sehen ist Landrat Klaus Peter Schellhaas (mit Narrenkappe) nebst Erster Kreisbeigeordneter Rosemarie Lück. Diesmal allerdings läuft Schellhaas selber mit.

Dieburg - Die Genehmigungen liegen vor, das Zugprogramm steht – und der TÜV bleibt weiterhin eine freiwillige Sache: Der Karnevalverein Dieburg, insbesondere Zugmarschall Rainer Hackenberg, hat in den vergangenen Wochen den Weg für die Dieburger Fastnachtsumzüge 2014 geebnet. Von Jens Dörr 

1 500 Teilnehmer in 55 Gruppen ziehen am 23. Februar beim Kinderumzug durch Dieburgs Straßen. Auf einer deutlich längeren Strecke sind beim großen Umzug am 4. März sogar 3 000 Teilnehmer in 111 Gruppen unterwegs. „Auch in diesem Jahr hatten wir kein Problem, die 111 Nummern beim großen Umzug wieder vollzubekommen“, freut sich Hackenberg. Der Zuspruch sei ungebrochen. Und: „Beim Kinderumzug haben wir diesmal wieder drei Gruppen mehr als 2013 dabei.“ Beginn der Umzüge ist jeweils um 13.33 Uhr. Welche Gruppe an welcher Position läuft, ist wieder dem Zugprogramm zu entnehmen, das ab sofort in 15 Dieburger Geschäften ausliegt - unter anderem in den Banken, den Lebensmittel-Geschäften Lajos und Kosch sowie im Kaufhaus Enders.

Unverändert bleiben die Zugwege: Der Kinderumzug startet im Steinweg, führt über den Marktplatz durch die Zuckerstraße, die Altstadt, die Marienstraße, das Minnefeld und die Steinstraße auf den Marktplatz, wo sich der närrische Wurm auflöst. Mit reichlich Äla-Rufen geht es beim großen Umzug im Burgweg los, durch den östlichen Teil der Alten Mainzer Landstraße, den Steinweg, die Straße „Hinter der Schießmauer“ (hier steht vor der Römerhalle wieder die Ehrentribüne), die Ringstraße, ein kurzes Stück durch die Aschaffenburger Straße, die Frankfurter Straße, das Minnefeld und die Steinstraße. Auflösung ist auch hier auf dem Marktplatz.

Gedankenlos sollte auch dort derweil nicht mit den teils mächtigen Umzugswagen und den oft spektakulären Aufbauten umgegangen werden. 2013 verlief der Umzug in Sachen Sicherheit reibungslos, auf dem Marktplatz allerdings kam es zu einem Unfall. Ein Fastnachter stand auf einer Deichsel, als der zuvor stehende Wagen abfuhr, fiel er herunter und brach sich den Arm. „Wir tun alles für die Sicherheit“, betont Zugmarschall Hackenberg und führt zu diesem wichtigen Thema aus: „Jede Gruppe weiß, dass sie ihren Wagen mit Ordnern sichern muss. Wir tun das beim Prinzenwagen und beim Elferratswagen mit eigenen KVD-Leuten, kaufen aber zusätzlich noch vier Sicherheitsleute ein.“ Bekannt sei den Gruppen zudem, dass sie ihre Haftpflicht-Versicherungen über die Zugteilnahme informieren müssen.

In Babenhausen lässt in diesem Jahr der dortige Carnevalverein (CVB) seine Wagen vom TÜV checken und hält zusammen mit dem Gremium der Babenhäuser Vereine, das Veranstalter des Umzugs ist, alle Teilnehmer zur Überprüfung an. Diese zwängt der TÜV derweil niemandem auf – die Gruppen müssen aktiv auf den Überwachungsverein zugehen. Der macht unter anderem auf selten beachtete Vorgaben – etwa das Mitführen eines Feuerlöschers und das Verbot eines Einstiegs über eine mobile Leiter (am Wagen muss sich stattdessen eine feste Einstiegshilfe befinden) – aufmerksam. In Dieburg ist der KVD der Umzugsveranstalter, macht die TÜV-Prüfung aber nicht zur Vorgabe.

Kaum beschäftigen müssen sich unterdessen die Zuschauer der farbenfrohen Spektakel mit diesen Hintergründen. Sie dürfen sich in erster Linie an der Kreativität der Gruppen erfreuen. Beim großen Umzug feiert die Gruppe „Hannebambel 11.13“ ihr Debüt, ebenso ein Musikzug aus Erbach. Bemerkenswert ist die Teilnahme der Landkreis-Verwaltung, die mit 60 Personen und Landrat Klaus Peter Schellhaas mitmarschiert. Motto: „Wir sanieren das Kreishaus in Dieburg, aber: Wir kommen wieder!“ Die zahlenmäßig mächtigste Gruppe überhaupt ist allerdings beim Kinderumzug zu finden: Die Gutenbergschule hat 200 mitlaufende Kids sowie 20 Erwachsene angemeldet. Neu dabei beim Kinderumzug sind die Einradfahrer des Turnvereins und der Dieburger Reitclub, der auch Ponys mitbringen wird.

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