Wodka-Gelage und Feuer

Blinde Zerstörungswut am „Boulodrome“ in Dieburg

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Herausgerissene Bänke, verfeuerte Lehnen, demolierte Hütte: Das Boulodrome am städtischen Sportplatz im Schlossgarten ist in den vergangenen Tagen gleich zweimal Opfer von Vandalen geworden.

Dieburg - Wer setzt sich bei bis zu minus 10 Grad nachts ins Freie, feiert wilde Partys, haut alles kurz und klein und legt Feuer? Das soll nun die Polizei klären. Von Jens Dörr

Das „Boulodrome“ auf dem Gelände des städtischen Sportplatzes am Schlossgarten ist in den vergangenen Tagen zum Opfer von Vandalen geworden. Eine offenbar größere Gruppe von Personen hat wohl sogar zweimal in Folge gewütet. Der Club de Pétanque, der die Anlage seit 2009 zum Boule- und Pétanquespielen betreibt, will Anzeige erstatten. Entdeckt hat die Zerstörung zunächst am Mittwoch die Dieburgerin Hannelore Gondolf, als sie mit dem Rad am „Boulodrome“ vorbeifuhr. Sie informierte unter anderem ihren Mann, Wolfgang Gondolf, seines Zeichens nicht nur Ehrenpräsident des SV DJK Viktoria Dieburg, sondern auch leidenschaftlicher Boulespieler. Die DJK darf im Rahmen ihres Familiensports das Boulodrome ebenfalls nutzen, hat mit dem Club de Pétanque eine Abmachung getroffen, nach der man sich gegenseitig unterstützt, die DJK bei den Turnieren des Clubs etwa ihre Toiletten im nahe gelegenen Vereinsheim am Schwimmbadweg zur Verfügung stellt.

Gondolf also nahm die ersten Spuren des Vandalismus’ unter die Lupe. Am Boulodrome, das wie der gesamte städtische Sportplatz zwar eingezäunt, über eine Drehtür aber jederzeit frei zugänglich ist, waren zunächst die beiden Bänke aus der Verankerung gerissen, die die kleine Hütte, die „Bushaltestelle“, flankieren. Zudem wurden die steinernen Abfallbehälter zerstört, die rund um den 25 mal 15 Meter großen Sandplatz fürs Boulespielen aufgestellt waren. Hinter der Hütte fand Gondolf ein Fahrrad mit abgefackeltem Vorderreifen, zudem war neben der Hütte offensichtlich gezündelt worden. Außerdem lagen einige leere Wodka-Flaschen herum. „Das muss irgendwann vor dem Mittwoch gewesen sein, ich weiß aber nicht, ob direkt in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch oder noch früher“, sagt Gondolf.

So weit, so schlecht – doch als Gondolf am Donnerstagvormittag zum Spielen ins „Boulodrome“ kam, traute er seinen Augen kaum: In der eisig kalten Nacht von Mittwoch auf Donnerstag – diesmal ließ es sich zeitlich näher eingrenzen – war auf dem Gelände erneut eine ziemlich üble „Party“ gefeiert worden. „Der Brandgeruch lag noch in der Luft“, so Gondolf, der sieben weitere leere Wodka-Flaschen am Ort des Geschehens zählte und auch eine Dose Deospray, das offenbar als Brandbeschleuniger gedient hatte. Ärgerlich vor allem: Die Rücklehnen der Bank innerhalb der Hütte waren herausgerissen worden, womit auch die Rückwand der Hütte demoliert wurde. „Teile der Verkleidung wurden massiv beschädigt. Die Lehnen sind einfach verfeuert worden.“

Polizeibeamte müssen belastbar sein

Zumindest am Platz selbst, für den der Club de Pétanque einst mit Unterstützung von Stadt, Land und dem Energieversorger HSE einen niedrigen fünfstelligen Betrag aufgebracht hatte und der den zuvor meist im Schlossgarten spielenden Boulisten seither eine Heimat bietet, gab es keine Sachbeschädigungen. Auch der Container auf dem Gelände blieb unbeschädigt.

Der Club de Pétanque will Anzeige erstatten. Der Verein bittet zudem Spaziergänger und Radfahrer, die in den Nächten vor dem 19. Januar etwas gesehen haben oder in Zukunft ungewöhnliche Beobachtungen in den Abend- und Nachtstunden machen, um Hinweise und gegebenenfalls direktes Einschalten der Polizei. Wolfgang Gondolf hat außerdem bereits das Sportamt der Stadt Dieburg über die Vorfälle in Kenntnis gesetzt.

Quelle: op-online.de

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