Kandidat für die Bundestagswahl im September sprach über seine Ziele

Blitz-Besuch bei SPD Dieburg

Sozialdemokrat Detlev Blitz (links) will nach Berlin: In kleiner Runde diskutierte der Bundestagskandidat mit Genossen in Dieburg.

Dieburg - (ula) Er kam, sprach, will siegen: Der Sozialdemokrat Detlev Blitz möchte bei der Bundestagswahl am 27. September diesen Jahres das Direktmandat für den Wahlkreis 187 (Odenwald sowie Teile der Kreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg) erringen.

Bei einem Besuch bei der SPD Dieburg sprach Detlev Blitz vergangene Woche über deutsche Probleme und persönliche Ziele. „Ich bin Direktkandidat und will direkt gewinnen. Mein Traum wäre eine rot-grüne Mehrheit“, bekannte der Höchster in der Dieburger Gaststätte „Zur Rose“.

Seit vergangenem Jahr arbeitet er ehrenamtlich als erster Kreisbeigeordneter im Odenwaldkreis, als Vorsitzender des SPD-Unterbezirks im Odenwald und steht dem SPD-Ortsverein in Höchst vor. Sein Parteibuch erhielt der Geschäftsführer einer Behindertenorganisation vor rund 20 Jahren. Ein Wahlsieg in Berlin soll Lösungen für die andauernde Wirtschaftsflaute, steigende Arbeitslosigkeit, wachsende Schuldenberge und Lücken in der Sozialgesetzgebung liefern.

In kleiner Runde diskutierten Genossen, Vertreter von Gewerkschaften und Arbeiterwohlfahrt die aktuelle Problemlage. Von abstrakten Lösungsmodellen wollte niemand etwas wissen. Heinrich Boller vom DGB-Ortsverband brachte sein Anliegen an die Bundespolitik unverblümt vor: „Wir brauchen konkrete Aussagen, keine Plattitüden. Bei vielen Menschen kommt die Politik nicht an.“ Der Bundestagskandidat konnte für individuelle drängende Probleme keine Patentrezepte liefern, setzt jedoch auf „Basisarbeit“. „Wir besitzen das Potenzial zur Volkspartei“, so die Marschroute des Höchsters Detlev Blitz, der bei seiner Wahlkampftour mit dem roten Bus die Nähe zur Bevölkerung und seinen Parteigenossen sucht.

Auch der Dieburger SPD-Ortsvereinsvorsitzende Robert Mueller will die Position der SPD als Volks- und Arbeiterpartei stärken. Auf kommunaler Ebene suchen die Genossen die Nähe zu Gewerkschaften und Sozialverbänden. Mueller: „Wir kommen doch alle aus einem Topf.“ Soziale Themen beherrschten den Abend.

„Steigende Konkurse und Arbeitslosenzahlen, mehr Zwangsversteigerungen und weniger Ausbildungsplätze und dazu bescheidene Ergebnisse unserer Arbeitskämpfe“, zeichnete Edgar Hirsch (Verdi) ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Lage. Sein Credo: „Wir müssen Ganztagsschulen ausbauen, sozial Schwachen mehr Chancen bieten und ein Recht auf Ausbildung gesetzlich festschreiben.“

Detlev Blitz stieß ins gleiche Horn: „Wir brauchen unbedingt die Ganztagsschule. Es gibt nicht nur weniger Ausbildungsplätze, wir haben auch die Problematik wenig gut ausgebildeter Jugendlicher.“ Für den Ausbau von Ganztagsschulen und die Förderung von Kindern aus sozial schwachen Schichten plant die SPD die Einführung des „Bildungs-Soli“, einer Reichensteuer.

Schlechte Bildungschancen für junge Menschen seien oft gekoppelt an ein sozial schwaches Umfeld. Überlegungen, das Arbeitslosengeld I sowie den Regelsatz Hartz IV aufzustocken, dürften daher nicht tabu sein. Um auch geringer bezahlte Arbeit dann weiterhin attraktiv zu machen, müsste ein gesetzlicher Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde eingeführt werden, argumentierte Blitz. Auch eine gestaffelte Abgabe für Betriebe, die keine Ausbildungsplätze bieten, sei nicht vom Tisch. „Als letztes Mittel“, so Blitz und SPD-Chef Mueller ergänzte: „Aber nicht für Kleinstbetriebe, die am Existenzminimum herumkrebsen.“

Die Bundestagswahl im Blick entwarf Blitz sein Szenario: „Die neoliberale und konservative Ideologie von FPD und CDU/CSU ist schuld an dem jetzigen Schlamassel, das kann nicht das Rezept für die Zukunft sein.“ Seine Befürchtung: Bei einer schwarz-gelben Regierung würden Arbeitnehmerrechte weiter „geschliffen“. Unrealistisch sei das Wahlversprechen einerseits Steuern zu senken, andererseits Schulden abzubauen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare