Wohnhausbrand in der Marienstraße

Flammen aus der Dachgaube

+
Vorerst nicht bewohnbar: Aus der Dachgaube – hier bereits mit Planen abgedichtet – dieses Mehrfamilienhauses in der Marienstraße schlugen in der Nacht zum Samstag die Flammen.

Dieburg - Einem aufmerksamen Passanten und der rekordverdächtigen Reaktionszeit der Feuerwehr Dieburg ist es zu verdanken, dass ein Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Marienstraße in der Nacht auf Samstag nur mit Sachschaden endete. Von Lisa Hager

Die Bewohnerin der Räume, in der das Feuer ausbrach, wurde erst in den Flammen vermutet. Dann kam die erleichternde Meldung: Sie befand sich außer Haus. Alle Bewohner konnten sich retten. „Ich war um 1.05 Uhr, fünf Minuten nach der Alarmierung, vor Ort“, berichtet Stadtbrandinspekteur Sven Weyrauch über die unruhige Nacht zum Samstag. Da schlugen bereits lodernde Flammen aus der Dachgaube des Dreifamilienhauses in der Marienstraße in den Nachthimmel. Und um 1.17 Uhr konnte bereits an die Einsatzzentrale „Feuer unter Kontrolle“ gemeldet werden. „Feuer vollkommen gelöscht“, hieß es um 1.38 Uhr. „Ja, wir waren fix“, sagt er.

Dazwischen aber lagen aufregende Minuten, vor allem weil unklar war, ob sich die Bewohnerin des Dachgeschosses, in dem das Feuer ausbrach, noch dort befand. Weyrauch entschied deshalb, mit zehn Mann unter schwerem Atemschutz in die brennenden Räume – auch mittels Drehleiter – vorzudringen. Alle Zimmer wurden durchsucht, auch der Spitzboden unterm Dach. Schließlich kam die erlösende Nachricht, dass sich die Frau anderweitig gemeldet hatte. Sie war bei Ausbruch des Brandes nicht in der Wohnung, sondern in der Stadt unterwegs. „Das ist natürlich erleichternd für die Rettungskräfte“, sagt Weyrauch. Ansonsten wüssten die Retter ja nicht, auf was sie beim Auseinanderziehen des Brandschutts stoßen würden.

Der Hausbesitzer, der im Erdgeschoss wohnt, und die Bewohnerin des ersten Stockes konnten sich rechtzeitig ins Freie retten. Verletzt wurde niemand. Alle Betroffenen wurden im familiären Umfeld untergebracht. Bis auf Weiteres kann der Altbau nicht bewohnt werden. Die Dachgaube wurde nach dem Brand vorsorglich mit Planen abgedichtet, um weitere Schäden durch Regenfälle, die ja in der Nacht auf Sonntag besonders heftig waren, zu vermeiden. Der Umsicht und schnellen Reaktion eines in der Nähe wohnenden Passanten, er ist der Sohn der Mieterin im ersten Stock, ist es zu verdanken, dass die Rettungskräfte so schnell und umfassend informiert wurden. Der Mann war gerade auf dem Heimweg, als er Rauch aus dem Haus aufsteigen sah. Er setzte sofort einen Notruf ab und informierte gleich danach die Bewohner des Hauses.

Den Sachschaden schätzt die Polizei derzeit auf rund 200 000 Euro. Zur Brandursache können noch keine Angaben gemacht werden. Die Brandermittler des Kommissariates K10 werden die Untersuchungen übernehmen. Nachbarhäuser waren laut Weyrauch nicht gefährdet.

Die Feuerwehr Dieburg war mit insgesamt 32 Mann vor Ort, die Johanniter waren mit zwölf Einsatzkräften vertreten, dazu kamen ein Notarzt und Polizeistreifen. An der Einsatzstelle organisierte die Feuerwehr eine Brandnachschau. In zwei Räumen unter der Brandwohnung musste das durch die Decke tropfende Löschwasser mit einem Industriesauger aufgenommen werden.

Kommentare