Brasilien auf dem Grill

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Grillmeister Heinrich Blank mit den leckeren Churrasco-Spießen.

Dieburg (ves) ‐ Ein aromatischer und würziger Duft breitet sich vom Grill aus und lässt den Anwesenden das Wasser im Mund zusammenlaufen und den ein oder anderen Magen vernehmlich knurren. Grillmeister Heinrich Blank begutachtet die großenChurrasco Fleischspieße mit Kennermiene. „Fertig“, verkündet er.

Nach einer kurzen Begrüßung ist es nun endlich soweit, das Salatbuffet ist eröffnet und das Fleisch liegt zum anschneiden bereit. Mit geübter Hand zückt Blank die Spieße, immer zwei auf einmal und löst sorgfältig das Rinderfleisch vom Spieß. Seine Frau Rosemarie geht ihm helfend zur Hand und verteilt die Stücke auf den Tellern der Wartenden. Außen knusprig und innen saftig, die hungrigen Besucher sind sehr zufrieden. „So schmackhaft, das ist genau richtig“, freut sich ein Gast, bevor er herzhaft zulangt.

Am Mittwoch Abend lud die Kolpingfamilie Dieburg zum traditionellen Churrasco - brasilianischer Spießbraten - Essen ein. Bereits seit 45 Jahren veranstaltet Blank für die Kolpingfamilie dieses traditionelle Grillen des brasilianischen Fleisches. Blank, der Bruder des Münsterer Bürgermeisters, wurde in Brasilien nahe der argentinischen Grenze geboren und ist dort aufgewachsen, bevor er im Alter von 20 Jahren mit seiner Familie und Geschwistern nach Deutschland zog. Von dort brachte er damals das Rezept mit.

Geheimes Churrasco-Rezept begeistert durch die Bank

Bei der Spezialität des Churrasco handelt es sich um ein spezielles Rezept, das der Grillmeister nicht preisgeben will. Nur so viel wird verraten, das es aus der Hochrippe stammt und mit einer speziellen Sauce bestrichen und eingelegt wird. „1958 habe ich das Rezept das erste Mal für Freunde zubereitet“, erinnert sich der 72-jährige Blank, „und die waren begeistert“. 1965 fand dann das erste Churrasco-Grillen mit der Kolpingfamilie statt.

Nachdem es einige Jahre auf dem Spießfeld veranstaltet wurde und bis zu 120 Leute anlockte, zwang ein trockener Sommer vor einigen Jahren die Kolpingfamilie, wegen Brandgefahr einen Ausweichplatz zu suchen. So kam man zum Pater Delp Haus, wo es seitdem bis letztes Jahr gefeiert wurde. „Durch die Umbaumaßnahmen sind wir dieses Jahr nach St. Wolfgang ausgewichen“, berichtet Blank, wo auf dem Vorplatz der Kirche den Grill aufgebaut ist.

Grill und Spieße sind Eigenanfertigungen

Auch dieses Mal wird wieder viel Platz benötigt, rund 80 Teilnehmer haben sich angemeldet. Hierbei handelt es sich nicht nur um Mitglieder der Kolpingfamilie, auch Freunde oder Bekannte sind gekommen, um die Spezialität zu probieren. „Pro Person rechne ich rund ein Pfund rohes Fleisch, welches beim Grillen jedoch etwas an Gewicht verliert“, sagt Blank.

Der Grill und die Spieße sind eine Eigenanfertigung, die 1985 vom damaligen Kolping Mitglied Willi Braun speziell angefertigt wurden. Seitdem mussten einige Verschleißteile immer wieder mal erneuert werden, aber bis heute lassen sich die Spezialitäten auf dem Grill zubereiten.

Pro Person wird ein Unkostenbeitrag von 9,50 Euro berechnet, das Salatbuffet stammt aus Spenden der Mitglieder. „Wir freuen uns auch dieses Mal über die rege Teilnahme“, erklärt Matthias Spielkamp und berichtet weiter, dass der Erlös des Abends an die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan gespendet werden soll.

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