Landespauschale für Kita-Platz soll um einiges steigen

Bringt KiföG mehr Geld für Betreuung?

„Da geht´s lang mit der Kinderbetreuung“, scheint die kleine Amélie (16 Monate) hier andeuten zu wollen. Vor allem aber genießt sie mit Mama Silvia die Sonnenstrahlen auf dem Spielplatz. - Foto: eha

dieburg - Viel diskutiert wird derzeit das geplante Kinderförderungsgesetz (KiföG). Vor allem die Eltern haben einiges auszusetzen. Befürchtet werden Einbußen in der Qualität der Betreuung. Das Land stellt insgesamt mehr Geld für die Einrichtungen zur Verfügung. Von Lisa Hager

Das hat eine Umfrage ergeben.

Auf der einen Seite sollen die Kinderbetreuungsgebühren in Dieburg angehoben werden (wir berichteten), auf der anderen Seite wird sich die Landesförderung durch das neue Gesetz erhöhen. Die Neukalkulation der Elternbeiträge wurde veranlasst, bevor die Auswirkungen des neuen Gesetzes bekannt wurden. Wie diese Diskrepanz in Einklang gebracht werden kann, wird sich im Laufe der kommenden Diskussionen in den städtischen Gremien zeigen. Bürgermeister Dr. Werner Thomas kann sich unter anderem eine deutliche Senklung der Gebühren bei den Geschwisterkindern vorstellen.

Wie aber wirkt sich das Gesetz auf die Landeszuschüsse für die Betreuungseinrichtungen aus? Dies wollte Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning im Detail von der Verwaltung wissen. Und so legte Bürgermeister Thomas im Parlament jetzt die verlangten Zahlen vor. „Wir haben bei den insgesamt acht Kindertagesstätten, die in Dieburg betrieben werden, die aktuellen Zahlen abgefragt und auf der Basis von fünf Rückmeldungen die finanziellen Auswirkungen ermittelt, die ein Inkrafttreten dieses Gesetzes aktuell hätte“, erläuterte Thomas. Demnach ergäben sich bei den Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren („U 3“) eine Erhöhung der Landeszuschüsse von derzeit 189 000 Euro auf 262 360 Euro. Bei den Kindern über drei Jahren („Ü 3“) würde die Summe von derzeit 35 360 Euro auf sogar auf 175 340 Euro steigen. Insgesamt wäre dann – bezogen auf die fünf Rückmeldungen – mit einem Mehr an Landesförderungen von 213 340 Euro zu rechnen. Im Einzelbeispiel: Derzeit wird ein Ü 3-Betreuungsplatz pauschal mit 160 Euro bezuschusst, später könnte sich der Zuschuss im Extremfall (bei über 35 Stunden pro Woche) auf 880 Euro pro Jahr steigern.

Aber auch wenn der Landeszuschuss sinken sollte, sei die Betreuung gesichert, so der Bürgermeister. Entsprechend den Betreiberverträgen, die die Stadt mit den Trägern geschlossen habe, verpflichte sich Dieburg, eventuelle Defizite auszugleichen.

Das Gesetz soll im Mai im hessischen Landtag verabschiedet werden. Gestern Abend haben die Landtagsabgeordneten Wilhelm Reuscher und René Rock (beide FDP) mit interessierten Eltern über das KiföG diskutiert (wir berichten am Montag).

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