Strecke vom 22. bis 25. August gesperrt

Brücke gleitet an ihren Platz

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Seit 1858 donnern die Züge über diese Sandsteinbrücke über der Gersprenz westlich des Bahnhofs. In einer Woche wird das historische Bauwerk über Nacht abgetragen, die neue Stahlbetonbrücke (Mitte), die schon in Wartestellung liegt, eingeschoben.

Dieburg - Das gab es doch schon mal: Fünfeinhalb Jahre nach dem spektakulären „Einschub“ der neuen Brücke für den Dieburger Tunnel in der Frankfurter Straße wird wieder eine fertige Brücke installiert. Von Lisa Hager

In der Nacht auf den 24. August schiebt sich die bereits in Wartestellung liegende neue Stahlbetonkonstruktion an die Stelle der alten Brücke, die im Großwiesenweg über die Gersprenz führt. Für die Brückenerneuerung wird in der Nacht auf den 24. August die alte Vorgängerin aus Sandstein abgebrochen. Die im Rohbau fertiggestellte neue, 1 200 Tonnen schwere, gleich große Stahlbetonkonstruktion ird dann über Gleitbahnen in die gleiche Lage und Höhe wie die alte Bogenbrücke eingeschoben. Die Stützweite der Brücke beträgt 24 Meter, der gesamte Überbau 26 Meter. Bei der Erneuerung bleiben die großvolumigen monolithischen Fundamentblöcke aus Natursteinmauerwerk bestehen.

Die neue Brücke wird mit den gereinigten und aufbereiteten Sichtsteinen der alten Brücke verkleidet. Das historische Bauwerk ist eine gemauerte Gewölbekonstruktion mit drei Passagen unter den Gleisen: An jeder Seite eine für Fußgänger, in der Mitte fließt die Gersprenz durch. Bei den Planungen für die Erneuerung des Baudenkmals hatte der Denkmalschutz ein gesichtiges Wörtchen mitzureden – was die Kosten nach oben trieb. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Ansicht der neuen Brücke identisch mit der alten Natursteinbrücke sein. Bis zur endgültigen Fertigstellung, das bezieht sich dann hauptsächlich auf das Verkleiden der Betonwände mit alten Sandsteinen, werden dann noch einige Wochen vergehen.

Züge seit mehr als 150 Jahren

Über die alte Brücke rollen die Züge jetzt seit mehr als 150 Jahren. 1858 ist der erste Zug auf der Strecke verkehrt. Mit der Inbetriebnahme der so genannten „Ludwigsbahn“ – zu Ehren des Darmstädter Großherzogs volkstümlich so genannt – öffnete sich für die Dieburger die „weite Welt“: Auf dem Schienenstrang der Rhein-Main-Bahn konnten sie – für damalige Pferdekutschenverhältnisse – in „rasender Geschwindigkeit“ in zwei Himmelsrichtungen über Darmstadt nach Westen und über Aschaffenburg nach Osten ausschwärmen.

Die Bahn investiert in Dieburg insgesamt über vier Millionen Euro in die Infrastruktur. Vom Donnerstag, 21., bis Dienstag, 26. August, werden aber neben der Brückenerneuerung noch weitere Bauarbeiten erledigt: Im Bereich des Bahnhofs müssen drei Weichen erneuert werden. „Bei den Bauarbeiten kann es zu Lärmbelästigungen kommen, die trotz des Einsatzes modernster Baumaschinen nicht ganz zu vermeiden sind“, so die Pressestelle der Bahn. Im genannten Zeitraum wird überwiegend tagsüber gearbeitet, teilweise jedoch auch nachts sowie am Wochenende. Die Bahn versucht die Beeinträchtigungen gering zu halten und bittet die Anwohner um Verständnis für den zeitweiligen Baulärm.

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