Betonfertigteil am Mláda-Boleslav-Weg gesetzt: neuer Übergang an alter Stelle

Brückenschlag gelungen

Da kommt sie angeschwebt (kleines Foto links) am langen Arm des Meister-Krans: die neue Brücke über den Glaubersgraben im Bereich Burgweg/Mláda-Boleslav-Weg. Zentimetergenau wird sie auf die vorbereiteten Widerlager gesetzt. - Fotos: Burkhard Friedrich

dieburg - Wegen seiner besonderen Lage zwischen den Armen von Gersprenz, Glaubersgraben und Herrngraben hat Dieburg mit seinen 53 Brücken und Durchlässen einen Hauch von „Klein-Venedig“.

Das macht das Stadtbild nicht nur romantisch, sondern reißt wegen der vielen dringenden Sanierungen auch tiefe Löcher in die Stadtkasse. Jetzt wird die Brücke hinterm Ringerheim komplett erneuert.

Die neue Brücke, der Fußgänger- und Radfahrerüberweg über den Glaubersgraben (Mláda-Boleslav-Weg/Burgweg), liegt seit Dienstag an Ort und Stelle. Mittels eines Autokrans schwebte das elf Meter lange Stahlbeton-Fertigteil, das in einem Werk in Schweinfurt vorgefertigt wurde, herbei und wurde von den Mitarbeitern der ausführende Baufirma Liebig aus Groß-Bieberau fachgerecht auf die vorbereiteten Widerlager herabgelassen.

Noch vor fünf Jahren waren an der alten Brücke marode Teile verstärkt worden. Eine in regelmäßigen Abständen angesetzte Brückenprüfung des Ingenieurbüros Norbert Friedrich (Breuberg) hatte ergeben, dass die Statik nicht mehr gewährleistet war, eine weitere Sanierung aber nicht mehr für sinnvoll erachtet wurde.

Die Brücke auf der Strecke Mláda-Boleslav-Weg/Hügelstraße stellt eine wichtige Verbindung aus den Wohngebieten im Westen der Stadt zur Schulinsel auf der Leer dar. So wird sie auch von vielen Schulkindern genutzt. Aus statischen Gründen musste die alte unsanierte Brücke in der Vergangenheit auch schon einmal kurzfristig für Fußgänger gesperrt werden.

Bis zur kompletten Fertigstellung des Übergangs, der die Stadt rund 130 000 Euro kostet, wird es noch einige Zeit dauern. „Wenn die Witterung mitmacht, ist mit der Freigabe Mitte Februar zu rechnen“, sagt Michael Dingeldey vom Bauamt. Momentan allerdings ruhen die Arbeiten aufgrund des Wintereinbruchs. Dingeldey: „Es ist zu kalt zum Betonieren.“

Seit November wird an der Stelle schon gebaut. Der Fußgänger- und Radfahrverkehr wurde und wird während der Bauzeit über die alte Brücke geleitet, die jedoch fast vier Meter flussabwärts versetzt werden musste. „Wir wollten den Übergang für Fußgänger offen halten, die neue Brücke aber auch an der gleichen Stelle errichten“, nennt Dingeldey als Grund.

Danach geht es weiter im Brückensanierungsprogramm der Stadt. Nächstes Objekt: die Brücke in der Klosterstraße über den Herrngraben.

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