Nur mit Brückenschlag

Verkehrsanschließung für Gewerbegebiet

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Westlich der Frankfurter Straße und der Bahnlinie Richtung Münster (Mitte) soll auf den Brach- und Ackerflächen (links oben im Bild) das neue Gewerbegebiet „Auf die Allmendländer“ entstehen.

Dieburg - Das I-Nord ist ein Industriegebiet mit Tradition: Schon seit Jahrzehnten sind hier viele Firmen ansässig. Demnächst soll es über die Frankfurter Straße und die Bahnlinie Richtung Münster hinweg nach Westen hin noch mehr Platz für Gewerbe geben. Von Lisa Hager 

Der Bebauungsplan „Auf die Allmendländer“ steht nach der Sommerpause in der Stadtverordnetenversammlung zur Debatte. Der Aufstellungsbeschluss für das Gebiet nördlich des Bauhofs ist schon vor fast zwei Jahren gefasst worden. Die Vorplanungen in Sachen Verkehrsanschließung zur Frankfurter Straße haben allerdings ein Problem ergeben: Am Bau einer Brücke, die von der Straße ins neue Gewerbegebiet führt, wird man nicht vorbeikommen.

Frank Volg vom zuständigen Planungsbüro aus GroßBieberau hatte das Projekt, das eine Fläche von 20 Hektar umfasst, vor der Sommerpause in einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr vorgestellt. Bei der vorgeschriebenen archäologischen Untersuchung des Gebiets sind im Norden römische Siedlungsreste entdeckt worden – für Dieburg allerdings nichts Ungewöhnliches. Weniger willkommen waren andere Funde: Spuren von Altlasten (aromatische Kohlenwasserstoffe), Verschmutzungen, die bis ins Grundwasser des Plangebiets vorgedrungen sind. Ein Stadtverordneter konnte zu dem Thema Informationen aus seinem beruflichen Umfeld beisteuern. Früher seien auf Teilen des Geländes Fabriken gestanden, erinnerte er sich. Und im Süden des Geländes gebe es Grundstücke, die im Altlastenverzeichnis aufgeführt seien.

Ausgleichsflächen für bedrohte Vögel

Untersucht werden müsse außerdem, so Volg, inwieweit sich das vermutete Vorkommen der Feldlerche auf dem Brachland im Süden der Fläche auf die weitere Planung auswirken. Für die bedrohten Vögel müssten Ausgleichsflächen gefunden werden, Zauneidechsen beispielsweise seien auf jeden Fall schon nachgewiesen. Für den Norden des Gebiets gebe es keine weiteren umweltschutzrechtlichen Auflagen. Vertreter der Landwirtschaft hätten keine größeren Einwände gegen die Nutzung des Geländes als Gewebegebiet vorgebracht, ergänzte Volg. Bislang würden Teile des Grunds noch für Spargelanbau genutzt.

„An der Brücke über die Bahn führt kein Weg vorbei“, so der Planer mit Blick auf die Verkehrsanschließung des Gebiets. Eine Zufahrt von Süden vom Bauhof her wird als nicht realistisch eingeschätzt. Die Vorplanungen führten zur „einzig möglichen Lösung via Brücke“, heißt es auch in der Beschlussvorlage des Magistrats, über die in der kommenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 25. September diskutiert werden soll. Die Ausschussmitglieder sprachen der Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit die Empfehlung aus, die frühzeitige Beteiligung der Bürger und Träger öffentlicher Belange auf Grundlage des Planentwurfs auf den Weg zu bringen. Falls das Parlament dem weiteren Prozedere zustimmt, könnte die Offenlage des Bebauungsplans Anfang 2015 beginnen. In vier bis fünf Jahren – den Bau der Brücke, den die Stadt finanzieren müsste, mitgerechnet – könnte dann das Gewerbegebiet „Auf die Allmendländer“ bezogen werden.

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