Brückenschlag noch 2013?

Dieburg - Mit der Protestwelle, die nach dem Abriss der kleinen Fußgängerbrücke über den Wallgraben Richtung Schulinsel auf der Leer über der Stadtverwaltung zusammenschlug, hatte wohl niemand gerechnet. Von Laura Hombach

Doch nachdem die Brücke, die von vielen Schülern und auch anderen Passanten genutzt wurde, zunächst gesperrt und schließlich ganz abgerissen wurde, hagelte es Kritik zuhauf.

CDU-Fraktionsvorsitzender Renee Exner bezeichnete den geballten Bürgerprotest in der Stadtverordnetenversammlung am Montag gar als „das zweite Bürgerbegehren Dieburgs“.

Politiker waren sich einig

Wenn dieser Vergleich vielleicht auch ein bisschen zu hoch gegriffen sein mochte, im Grunde waren sich die Politiker aller Fraktionen einig, dass ein Ersatz für das Brückelchen her muss. Mit zwei Enthaltungen sprachen sich die Parlamentarier deshalb für eine Vorlage des Magistrats und damit für die außerplanmäßige Bereitstellung von 50 000 Euro für den Bau einer neuen Brücke über den Wallgraben im Haushalt 2013 aus. Parallel dazu hatte auch die CDU einen Antrag zum Brückenneubau gestellt, mittels dessen die Verwaltung beauftragt wird, einen Weg aufzuzeigen, wie noch 2013 Ersatz für die Brücke geschaffen werden kann. Für diesen Antrag gab es ein einstimmiges Votum.

Deutliche Zeichensetzung

Der Freude über diese deutliche Zeichensetzung für den Brückenneubau noch in diesem Jahr musste Bürgermeister Dr. Werner Thomas allerdings einen Dämpfer versetzen. Denn laut Hessischer Gemeindeordnung (HGO) seien solche außerplanmäßigen Aufwendungen nur zulässig, wenn die Ausgaben unvorhergesehen und unabweisbar seien. Während die Notwendigkeit der Sperrung beziehungsweise des Abriss’ der maroden Brücke erst vor wenigen Wochen deutlich geworden und damit ohne Frage unvorhergesehen war, sei der Sachverhalt bei der Unabweisbarkeit nicht so klar, erläuterte der Verwaltungschef.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Thomas gestern, dass er nun gemeinsam mit der Kommunalaufsicht darüber beraten wird, ob sich die vom Parlament beschlossenen außerplanmäßigen Ausgaben für das Brückelchen mit den rechtlichen Auflagen der HGO vereinbaren lassen. „Dazu bin ich Kraft Amtes verpflichtet“, so der Verwaltungschef.

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