Bühne und Manege frei

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Manege frei für den Circus „Dindolino“: Unter der Regie der Schüler der LGS wurden aus Kindergartenkids Zirkusstars.

Dieburg (ula) ‐ Malen, Bildhauern, darstellendes Spiel, Regie führen und eine ganze Zirkusshow aus dem Boden stampfen…- diesen jungen Leuten macht in puncto schöpferischer Kreativität so leicht keiner etwas vor.

Am vergangenen Freitag hieß es „Bühne frei“ für rund 180 Schüler der Landrat-Gruber-Schule. Die acht Klassen des Fachbereichs Sozialpädagogik präsentierten die Arbeit eines Schulhalbjahres in Fluren und Klassenzimmern, auf Bühnen und in einer Zirkusmanege. Neben ihren künstlerischen Fertigkeiten zeigten die Schüler auch, was sie pädagogisch zu leisten im Stande sind: Da wurden die Kids der Betreuungseinrichtung „Am Ruhebäumchen“ fit für die Zirkusmanege gemacht und erhielten für ihre Darbietungen als Clowns, Zauberer, Akrobaten und Zirkustiere viel Applaus. Auch vor der Herausforderung, Jugendliche in einem Sportprojekt zu unterrichten, scheuten die angehenden Erzieher und Sozialassistenten nicht – trotz des schwierigen Alters, sprich Pubertät. „Unser Ziel ist es, auf diese Weise Theorie und Praxis zu vernetzen“, erläuterte Hubert Kneipp, Abteilungsleiter der „Sozialpädagogen“ an der berufsbildenden Schule.

Die Freude an den Herausforderungen der Ausbildung an der Landrat-Gruber-Schule schwang am Präsentationstag mit. Und dies, obwohl die Ausbildung langwierig ist und die Gehaltsaussichten für Erzieher trotz neuer Tarifabschlüsse 2009 nach wie vor nicht rosig sind.

Junge Männer unterrepräsentiert

Nach zwei Jahren habe man den Abschluss zum Sozialassistenten erworben, nach drei weiteren die Qualifikation Erzieherin erreicht, so Hubert Kneipp. „Es gibt aber auch Quereinsteiger, wer das Abitur hat, benötigt nur vier Jahre.“ Die berufliche Zukunft liegt hauptsächlich in Kindertagesstätten, auch Horte und Behinderteneinrichtungen benötigen Sozialpädagogen.

Noch sind junge Männer in den Schülerreihen unterrepräsentiert. Zwischen zehn und fünfzehn Prozent ist die Männerquote an der Schule – hier schrecke auch die Bezahlung im späteren Berufsleben ab, so Hubert Kneipp. Doch er hat auch positive Botschaften: Die Berufsaussichten seien sehr gut. Grund sei der Rechtsanspruch von Dreijährigen auf einen Kindergartenplatz. Ab 2013 haben aufgrund der neuen Bundesgesetzgebung auch Zweijährige ein Recht auf einen Platz in einer Betreuungseinrichtung. Kneipp: „Viele Großstädte wissen schon jetzt nicht mehr, woher sie Personal nehmen sollen und zahlen sogar übertariflich.“

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