Bürger wollen Gersprenz aufbrezeln

Die Gersprenz zwischen Amtsgericht und Fechenbach-Park: Hübsch, aber eben nur dabei statt mittendrin. Das wollen einige Bürger nun ändern. Foto: enders

Was hat Dieburg, das Darmstadt nicht hat? Viel, vor allem aber einen Fluss. Den und die Wasserläufe in der Stadt wollen einige Bürger nun deutlich aufwerten. VON RALF ENDERS

Dieburg – Nach der Hundewiese jetzt der Gersprenzstrand? Unter der Überschrift „Stadt am Fluss“ hat der nächste Vorschlag aus der Online-Plattform „Ideen für Dieburg“ den Sprung ins Rathaus geschafft. Nach Ende des Acht-Wochen-Zeitraums konnten 52 Unterstützungen gewertet werden, teilte die Verwaltung dem Initiator Dirk Emig mit. Die Idee werde somit „dem zuständigen Fachdienst innerhalb unseres Hauses zur weiteren Bearbeitung weitergeleitet“.

Es geht darum, die Gersprenz und die kleinen Wasserläufe – vor allem Still- und Herrngraben – aufzuwerten, ihre Ufer zugänglicher zu machen und sie besser ins städtische Leben zu integrieren.

Am 26. Mai hatte Emig, Ressortleiter Aktualität bei hr-iNFO, seine Idee online gestellt: „Dieburg ist eine Stadt am Fluss. Doch wie ist der Kontakt der Bewohner zu ihrem Fluss? (...) Einmal darüber nachzudenken, wird sich lohnen. Um dann die Gersprenz in diese Stadt zu integrieren. Mit einem Konzept und der Idee, dass es dann eine Stadt mit ihrem Fluss ist“, hatte Emig zu seiner Idee geschrieben.

Nun freut er sich, dass die Idee die erste Hürde genommen hat. Er sei gespannt, wie die Stadtverwaltung reagiere. Vor allem die Gersprenz im Bereich Amtsgericht/Fechenbach-Schloss/Museum hat Emig im Blick: „Stellen Sie sich mal vor, ein Fluss mit einem Strand mitten in der Stadt, bei dieser Umgebung. Wäre das nicht großartig?“

So oder so ähnlich sehen das mindestens 52 weitere Dieburger Bürger, die die Idee unterstützt haben. Aus den Begründungen:

.  „Ich finde dass man von der Gersprenz nicht viel mitbekommt und eine bessere Integration die Lebensqualität steigern würde.“

.  „Ich es gut fände, wenn an einigen Armen der Gersprenz im Stadtgebiet, dort wo es ohne Rodung von Bäumen und Buschwerk möglich wäre, gute Fußwege mit Sitzgelegenheiten geschaffen werden könnten; so auch außerhalb in Richtung Mörsmühle.“

.  „Die Gersprenz mit ihren vielen Nebenarmen ist nicht genug in das Stadtbild integriert. (...) Ein Teilbereich der Bachläufe könnte vielleicht mit kleinen Booten befahren werden.“

.  „Dieburg nutzt seinen Fluss nicht wirklich. Es fehlt ein Picknick--Ufer.“

.  „Ich finde es wunderschön, in einer Stadt zu wohnen, durch die ein Fluss fließt. Zum echten Erleben und dort Verweilen lädt er jedoch an kaum einer Stelle ein.“

.  „Viele Uferbereiche sind derzeit eher Schmuddelecken.“

Seit August 2018 können Dieburger auf der städtischen Plattform ihre Ideen für Verbesserungen oder Neuerungen in der Stadt veröffentlichen oder die Anregungen anderer unterstützen. Die meisten Ideen verfehlten in dem vergangenen Jahr bisher die nötige Mindestzahl von 50 Unterstützern – manche sind aber erfolgreich und können am Ende in den politischen Gremien und konkreten Maßnahmen landen. Als nächstes die Gersprenz?

" ideen.dieburg.de

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