Glücksbringer mit Feuerwehrhelm

Bürgermeisterwahl: Erik Marx privat

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Familienspaziergang im Schlossgarten: Lina, Leonie, Mathis, Erik und Jannik Marx (von links).

Dieburg - Wer bei Familie Marx im Wohnzimmer sitzt, hat einen prima Blick auf das Feuerwehrhaus. Es liegt ein wenig mehr als einen Steinwurf entfernt und ist so etwas wie eine zweite Heimat für Familienvater Erik. Denn der 51-Jährige ist Feuerwehrmann durch und durch. Von Stefan Scharkopf

Die Kandidaten im Porträt:

Thomas Disser

Renée Exner

Gottfried Fischer

Frank Haus

Seit über 30 Jahren hält er den Floriansjüngern die Treue. „Bei Einsätzen kann ich ohne Hetze losgehen und bin immer noch früher da als die allermeisten“, sagt er lachend. Der Einsatzabteilung trat Marx mit Beginn seiner Ausbildung zum Schornsteinfeger bei; seitdem ist er im Dienstrang eines Oberbrandmeisters aktiv. Den 900 Mitglieder umfassenden Feuerwehrverein führt er als Vorsitzender. Verantwortung zu übernehmen scheute sich Marx nicht. So war er bereits in jungen Jahren Vorstandsmitglied und Führungskraft.

Doch nicht nur bei der Feuerwehr bringt sich der bekennende Vereinsmensch ein. Mitglied ist er auch bei Kolpingfamilie und KVD. Außerdem hat er den Förderverein der Marienschule mitgegründet und in den ersten Jahren geleitet. „Man muss auch mal vorangehen“, sagt er.

Verantwortung nennt er auch als Stichwort für seinen beruflichen Werdegang. Er legte die Meisterprüfung ab und ist seit 2007 selbstständig. Das Regierungspräsidium Darmstadt bestellte ihn zum Bezirksschornsteinfegermeister für Darmstadt-Innenstadt und später auch für Teile von Eppertshausen. Nachdem zu Beginn 2013 das Kehrmonopol fiel, kamen andere Tätigkeiten hinzu, Werbung und Wettbewerb waren erlaubt. Heute leitet Marx seinen eigenen Betrieb und beschäftigt derzeit zwei Gesellen, eine Bürokraft und einen Auszubildenden. Standen früher Kehr- und Messtätigkeiten im Mittelpunkt des Berufs, sind es heute überwiegend Verwaltungstätigkeiten: „Gutachten, Schriftverkehr mit den Behörden, das sind Angelegenheiten, mit denen sich auch ein Bürgermeister zu beschäftigen hat“, sagt Marx.

Obwohl es die sprichwörtlichen Spatzen von den Dächern pfiffen, dass er als unabhängiger Kandidat zur Wahl antreten will, hielt sich Marx bedeckt. „Ja, stimmt schon“, antwortet er auf eine entsprechende Frage, „aber ich wollte erst mit meiner Familie sprechen. So eine Entscheidung zu fällen, geht nicht von heute auf morgen.“

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Überhaupt die Familie: Das sind Frau Leonie, mit der Erik Marx seit 22 Jahren verheiratet ist. Die Söhne Jannik (21) und Mathis (18) sowie Tochter Lina (15) komplettieren das Quintett. Nicht unterschlagen werden darf Hund Dobby, der – wie sein Namensgeber aus „Harry Potter“ – gerne auf zwei Beinen steht. Die Runde um den Tisch ist im Hause Marx zwar kleiner geworden, weil der ältere Sohn in Berlin lebt und Jura studiert. Doch der jüngere – mitten im Abi-Stress – und die Tochter, die die Oberstufe der LGS besucht, pflegen den gemütlichen Plausch mit den Eltern. Oft sind dabei auch Stücke von der Querflöte zu hören, die Ehefrau Leonie spielt. Sie attestiert ihrem Mann im Übrigen eher leisere Töne: „Er bleibt auch in Stresssituationen ruhig und hat eine ausgleichende Art“, sagt sie – nicht die schlechteste Voraussetzung für jemanden, der auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nehmen will. Auch Leonie Marx ist der Ablauf in einer Behörde nicht fremd, sie ist Diplom-Verwaltungswirtin.

Liegt bei der Feuerwehr oder einem Verein nichts an, geht Erik Marx mit seiner Frau walken oder ins Fitnessstudio. Zeit bleibt aber auch für die Freunde, etwa fürs wöchentliche Skatspiel. Zudem schnürt er gerne die Wanderschuhe: „Seit mehr als einem Vierteljahrhundert bin ich einmal im Jahr mit vier Kumpels für ein paar Tage unterwegs, vorwiegend in Bayern.“ Ein Ausgleich, den sich der 51-Jährige auch bei einem Wahlerfolg gönnen würde.

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