Zwischen vier Frauen und drei Hühnern

Bürgermeisterwahl: Frank Haus privat 

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Hahn im Korb: Frank Haus mit Sprotte, einem von drei Hühnern der Familie. Den Stall hat der begeisterte Heimwerker selbst gezimmert.

Dieburg - Der größte Teil des Wahlkampfs zur Dieburger Bürgermeisterwahl am 12. März fiel diesmal in die heiße Zeit der Fastnachtskampagne. Von Jens Dörr

Die Kandidaten im Porträt:

Thomas Disser

Renée Exner

Gottfried Fischer

Erik Marx

Für Frank Haus war das gleich doppelt intensiv: Der 42-Jährige, der nach seinem Austritt aus der CDU seinen Hut als unabhängiger Kandidat in den Ring geworfen hat, setzte in dieser Phase schließlich nicht nur diverse Hebel in Bewegung, um die Dieburger Wähler von sich zu überzeugen. Die Narretei ließ sich das Mitglied der Fastnachtsgruppe Krotzequetscher trotz aller Wahlkampf-Strapazen auch in diesem Jahr nicht nehmen. Am Fastnachtssamstag machte er abends Dienst in der Krotzequetscher-Äla-Kneipe, dem legendären „Safter“. Dienstags lief er mit seiner Familie beim Umzug mit. „Meine Tochter Paula wurde kürzlich in die Kolpingsfamilie aufgenommen“, sagt Haus zudem. Das hieß für ihn konket: An Altweiberfastnacht, als die „Don-Camillo-Bar“ im Pater-Delp-Haus in diesem Jahr erstmals auch an diesem Tag geöffnet hatte, schenkte Haus ebenfalls Hütchen, Piffchen und Co. aus.

Die neunjährige Paula ist die älteste Tochter des Rechtsanwalts der Dieburger Kanzlei Höck - Spieß - Fach - Lieb, der sich beruflich aufs Familienrecht („Am häufigsten geht es um Unterhalt und Scheidung.“) sowie das Miet- und Wohnungseigentums-Recht spezialisiert hat. In mancherlei Hinsicht ähnele der Beruf als Rechtsanwalt der Tätigkeit eines Bürgermeisters, meint er. Es gelte, Ziele gemeinsam zu bestimmen und nötigenfalls auch gegen Widerstände durchzusetzen.

Das Rechtsgebiet Wohnungseigentum prädestiniert den Juristen, der in Jena und Mainz studiert hat, auch für sein Ehrenamt beim Verein Haus & Grund Dieburg, wo er Geschäftsführer ist und die Mitglieder berät. Nach Paula kamen die Töchter Annika (7) und Ida (5) zur Welt, die das Gespräch mit unserer Zeitung ebenso interessiert verfolgen wie seine Frau Maria Haus, deren Nachnamen der gebürtige Pichlmair zur Hochzeit vor 17 Jahren angenommen hat. „Meinen früheren Namen hat sowieso keiner richtig geschrieben“, lacht der Kandidat, der trotz des bayrisch klingenden Namens ein waschechter Dieburger ist.

Im Wahlkampf-Flyer verrät er noch, dass Maria praktisch seine „Sandkasten-Liebe“ sei, obgleich er bereits Teenager war, als er sie vor 25 Jahren kennenlernte. Mit ihr hat er das Nest in der Kolpingstraße geschaffen, in dem sich nicht nur die vier Frauen – die drei Mädchen verputzten beim Interview ruckzuck eine Schüssel Kräppel – wohlfühlen, sondern auch drei Hühner. Die hat Frank Haus als sprichwörtlicher Hahn im Korb in einem Stall untergebracht, den er selbst gezimmert hat. Heimwerken zählt neben Kochen, Backen und Joggen („Normalerweise drei, vier Läufe pro Woche – momentan ist das aber fast gar nicht drin“) zu seinen Hobbys, sagt er.

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„Er ist ein Schaffer und macht keine halben Sachen“, meint seine Frau. Auf den Tisch hauen könne er – wenn nötig – im Übrigen ebenso, fügt sie hinzu.

Früher sang Frank Haus übrigens auch im Chor „Poco Loco“ und kickte beim SC Hassia und beim SV DJK Viktoria. Dem Fußball ist der Anhänger von Darmstadt 98 und Bayern München bis heute treu geblieben, auch als stellvertretender Vorsitzender des Kreissportgerichts („Das pralle Leben“). Wenn das Werk des mit Beruf, Familienleben und Ehrenamt gut gefüllten Alltags vollbracht ist, zieht es den Kandidaten und seine vier Frauen zur Entspannung auf einen Biobauernhof in das Allgäu – Federvieh inklusive, auch wenn die eigenen Hühner dann in Dieburg bleiben müssen.

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