Deutsch-tschechische Projektgruppe: mit jugendlichem Elan ans Thema Freundschaft

Bunkeranlagen und Felsenstädte

Die deutsch-tschechische Projektgruppe auf dem Weg zur Festung Dobrosov. Im Hintergrund ist das Schloss Náchod zu sehen. Foto: p

Dieburg - Was verbindet Deutsche und Tschechen? Was hat ihre Beziehungen maßgebend beeinflusst? Um diesen Fragen nachzugehen, begaben sich kürzlich insgesamt 23 junge Leute aus Dieburg und Mladá Boleslav auf Spurensuche in Böhmen.

Dabei schauten sich die Jugendlichen zunächst in der tschechischen Hauptstadt Prag um, bevor sie der Weg weiter nach Nordosten in Richtung polnische Grenze führte.

Bei Náchod besichtigte die Gruppe die unvollendete Bunkeranlage der Festung Dobrosov, die ab 1937 vom tschechoslowakischen Militär zum Schutz der Grenze gegen einen befürchteten Angriff der deutschen Wehrmacht aufgebaut werden sollte. Ein weiterer Ausflug führte die jungen Deutschen und Tschechen nach Adrpach, wo sie die „Adersbacher Felsenstädte“ bewundern konnten. Dieser einmalige Komplex von Sandsteinfelsformationen mit zahlreichen Höhlen, Schluchten, Labyrinthen, Wäldern, Wasserfällen und kleinen Seen faszinierte schon die preußische Königin Luise. Auch Johann Wolfgang von Goethe war diesem Zauber bei seinem Besuch im Jahr 1790 verfallen.

Bei ihren Erkundungen machte die Projektgruppe auch nicht vor dem Wasser halt. Mit Raftbooten ging es von Ceská Skalice auf dem Fluss Úpa (Aupa) bis nach Jaromer. Hier mündet das Gewässer in die Elbe, die an dieser Stelle gerade mal fünf Meter breit ist. Ausgangspunkt für die Erkundungstouren war ein Camp an der Talsperre Rozko. Dort war die Gruppe in kleinen Holzhütten untergebracht.

Begleitet und betreut wurden die Jugendlichen von Ivana Sakarová und Martina Kredbová von der staatlichen Jugendeinrichtung DDM in Mladá Boleslav sowie von Alice Jansen und Paul Huttarsch von der Jugendförderung Dieburg. Die deutschen Teilnehmer setzten sich fast ausschließlich aus Schülern der Dieburger Goetheschule zusammen.

Es besteht zwar noch keine offizielle Schulpartnerschaft mit Mladá Boleslav, aber die Goetheschule unterstützt den Jugendaustausch mit Tschechien. Zur besseren Verständigung und Gruppendynamik trugen zahlreiche Sprachanimations- und Kennenlernspiele bei, die das Betreuungsteam vorbereitet hatte.

Stadtjugendpfleger Paul Huttarsch zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Jugendbegegnung. „Der tränenreiche Abschied vor der Heimreise hat gezeigt, wie gut die Gruppe im Laufe der Projektwoche zusammengewachsen ist. Das ist auch für mich immer ein bewegender Moment“, bekennt Huttarsch. Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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