Angebot muss Zeit gegeben werden

Buslinie Münster-Dieburg: Nachfrage könnte besser sein

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Ein Bus der Linie MD beim Abbiegen. In den Fahrzeugen sieht man gerade in den Wohngebieten von Münster und Dieburg selten Fahrgäste sitzen. Besser ist die Nutzung laut Dadina im Bereich des Dieburger I-Nord.

Seit einem Jahr existiert die Buslinie Münster-Dieburg. Dem neuen Angebot muss Zeit gegeben werden, befindet die Dadina. 

Dieburg – Vor einem Jahr nahm die Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadina), die als Zweckverband des Landkreises sowie der Stadt Darmstadt innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) den Öffentlichen Personennahverkehr in der Region verantwortet, die neue Buslinie Münster-Dieburg (MD) in Betrieb. Seit April 2018 können Fahrgäste auf dieser Linie zwischen der Münsterer Schule auf der Aue und der Aubergenviller Allee in Dieburg an 16 Haltestellen ein- und aussteigen. Wer den Bus gerade im Münsterer oder Dieburger Wohngebiet sieht, entdeckt dort aber selten jemanden mitfahren. Die Dadina möchte es mit der Linie dennoch weiter versuchen.

„Einem so gänzlich neuen Angebot wie der Linie MD muss auch Zeit gegeben werden, bis es sich etabliert hat“, sagt Ilona Jäger, Pressesprecherin der Dadina. Die Verkehrsorganisation räume neuen Angeboten dafür zwei Jahre ein. Steigern wolle man die Nachfrage künftig durch stärkere Werbung und mehr Öffentlichkeitsarbeit. „Aufgrund von Fahrgastrückmeldungen wurde uns bekannt, dass auch im Bereich zwischen Dieburg Nord und Münster die Linie durchaus noch bekannter werden kann.“

Der Bereich im Dieburger Industriegebiet-Nord ist Jäger zufolge der, in dem die Buslinie MD derzeit am besten genutzt wird. Große Fahrgasterhebungen führt der RMV zwar nur alle fünf Jahre durch. Auf der Buslinie MD erhoben die Busfahrer vor einiger Zeit aber stichprobenhaft die Fahrgastzahlen. Neben der besseren Frequentierung im I-Nord bestätigte sich hier auch der subjektive Eindruck vieler Beobachter, die den Bus auch innerhalb Münsters selten nennenswert gefüllt sehen: „Zwischen Dieburg Bahnhof und Dieburg West ist die Nachfrage noch nicht so ausgeprägt.“

Gerade im Dieburger Westen ist die Dadina überrascht, dass nur wenige Fahrgäste ein- und aussteigen. „Für diesen Bereich hatten wir mit einer höheren Nachfrage gerechnet, gerade weil für dieses Gebiet schon recht lange ein Linienverkehr gefordert worden war.“ In der Tat war die Anbindung des Dieburger Westens und die Verbindung von Münster und Dieburg über das die beiden Nachbarn verbindende (zu Dieburg gehörende) Industriegebiet ein Wunsch beider Kommunen gewesen. Außerdem behob die Dadina so ein schon länger im Nahverkehrsplan gekennzeichnetes „Erschließungsdefizit“.

Die Busstrecke von Dieburg nach Münster.

Der Dieburger Westen, der in einigen Jahren noch massiv wachsen soll, war bislang vom ÖPNV abgeschnitten. Nun kann man aus dem Westen mit dem Bus beispielsweise auch zum Umsteigen gen Darmstadt oder Frankfurt zum Dieburger Bahnhof fahren.

Betrieben wird die Buslinie MD seit ihrem Start vom Groß-Umstädter Busunternehmen Jungermann, das von der Dadina für das gesamte Linienbündel (auch Strecken nach Otzberg, Groß-Umstadt und Schaafheim) einen Acht-Jahres-Auftrag erhalten hat. „Während dieses Zeitraums bestehen Möglichkeiten, Mehr-, Um- oder Abbestellungen vorzunehmen“, erläutert Jäger, dass auch bei der Buslinie Münster-Dieburg grundsätzlich Veränderungen möglich seien. Beide Kommunen hätten bereits Änderungsvorschläge für diese Linie gemacht. Gearbeitet wird zum Beispiel an besseren Anschlüssen am Dieburger Bahnhof, die dann auch die Nutzung der Buslinie MD attraktiver machen sollen.

Jäger wirbt auch etwas grundsätzlicher für Geduld: „Überall wird gefordert, die Angebote des ÖPNV auszuweiten und auszubauen. Deswegen sollte der neuen Linie MD weiterhin die Chance gegeben werden, sich zu etablieren. Sinnvollen Veränderungen an der Linie MD steht die Dadina aufgeschlossen gegenüber. Der zuständige Planer steht im dauerhaften Dialog mit Vertretern der beiden Kommunen. Hiervon werden die Fahrgäste aus dem Gewerbegebiet Nord wie auch aus Dieburg West profitieren.“

Davon verspreche sich die Dadina mehr Nachfrage auf der Buslinie MD.

VON JENS DÖRR

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