Campusgelände: Verkauf ist perfekt

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So könnte es nach der Bebauung einmal an einem der Teiche des Campus aussehen.

Dieburg - Das ist mal ein tolles Weihnachtsgeschenk für die Stadt und damit auch Bürgermeister Dr. Werner Thomas, der sich in unzähligen Verhandlungen um dieses Ergebnis bemüht hat. Von Lisa Hager

Die 10,5 Hektar große Entwicklungsfläche „Campus Dieburg“ der Telekom hat deren Immobilienfirma „Corpus Sireo“ jetzt noch vorm Jahreswechsel verkauft. Damit kann im Frühjahr mit dem Abbruch der Wohntürme und der Erschließung des Grundstücks - geschätzte Dauer der beiden Maßnahmen um die eineinhalb Jahre - begonnen werden. Das Gelände gehört zur ehemaligen „Ingenieurakademie der Deutschen Bundespost“ - im Volksmund „InschAk“ genannt.

Die regionale Investorengemeinschaft „ARGE Campus Dieburg GbR“ - das sind die Unternehmer Christian Früchtenicht (Projektentwicklung) und Kevin Aumann (Tiefbauunternehmen) aus Babenhausen - haben die Fläche im Nordosten Dieburgs gekauft. Über den Preis war bei der Pressekonferenz nichts zu erfahren. Allerdings erklärte Früchtenicht auf Nachfrage, dass man sich bei der Weiterveräußerung der Grundstücke, die möglichst um die 400 Quadratmeter haben sollen, „etwas unterhalb der Bodenrichtwerte für Dieburg“ orientieren werde. Die Vermarktung soll bereits in der letzten Woche des Jahres anlaufen.

Die Planung für das Areal sieht einen neuen Stadtteil mit Wohnquartier für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser vor. Insgesamt umfasst das Gebiet 5,8 Hektar Nettobauland und ein Mischgebiet von rund 0,8 Hektar.

Die Parkanlagen mit zwei Teichen bleiben erhalten und bilden die Grundlage für eine „hohe Lebens,- Arbeits- und Aufenthaltsqualität des Quartiers“, wie Sascha Querbach von „Sireo“ sagte, der die Verhandlungen mit der Stadt über Jahre geführt hatte.

Dieburg kam nämlich in dem Vertrag, den die damalige hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) vor fast genau drei Jahren mit der Telekom abschloss, eine wichtige Rolle zu. Der Deal zwischen der Postnachfolgerin und dem Land Hessen, dem an der Erhaltung des Studienstandorts Dieburg lag, gelang nur durch eins: der Schaffung von Baurecht durch die Stadt, womit der Telekom eine Vermarktung des Geländes sicher war. So entstand nach einem städtebaulichen Wettbewerb in langen, oft zähen Beratungen der Bebauungsplan Nr. 80 Campus“. Dass das Ringen um ein Ergebnis nicht immer leicht war, resümierte beim Pressetermin noch einmal Stadträtin Mechthild Pfeil (CDU), die mit ihren anderen Magistratskollegen gekommen war. Dreh- und Angelpunkt war immer wieder die Dichte der Bebauung. Logischerweise hat der Investor ein Interesse daran, möglichst viele Wohneinheiten auf seinem teuren Grundstück unterzubringen. Das aber gefiel den Parlamentariern nicht immer. Gerade in dieser Hinsicht gab es eine freudige Überraschung. Die Käufer, die die Grundstücke erschließen und an Privatleute weiterverkaufen wollen, haben vor, möglichst große Parzellen zu schaffen. „Es sollen großzügige Grundstückszuschnitte werden“, sagte Früchtenicht. Waren früher von der „Sireo“ schon mal bis zu 180 Wohneinheiten geplant gewesen, sollen es jetzt nur noch 100 bis 120 sein. „Das soll aber trotzdem kein Reichenviertel werden“, betonte Aumann.

Die beiden haben übrigens Erfahrung: Sie entwickeln derzeit ein ähnliches Projekt auf dem Gelände der Alten Ziegelei in Groß-Zimmern. „Das gleiche Konzept wenden wir für den Campus an“, sagte Früchtenicht.

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