Campuspläne: Bleibt Bad auf der Strecke?

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Die Bebauungspläne für das Campusgelände werden auf den Weg gebracht. 

Dieburg ‐  Mit den Plänen fürs Campus-Gelände geht's voran: Mit 26 Ja-Stimmen hat die Stadtverordnetenversammlung den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Von Lisa Hager

Lediglich die beiden Vertreter der UWD stimmten dagegen. „Die Stadt signalisiert damit zu schnell ihr Ja zu allem, was dort geschieht“, begründete Susanne Albers (UWD) auf Nachfrage ihr Nein. Bislang sei man davon ausgegangen, das zugleich der städtebauliche Vertrag zwischen Dieburg und der Sireo, der Immobilientochter der Telekom, zur Entscheidung vorgelegt werde. Jetzt aber habe man Ja gesagt, ohne irgendetwas in der Hand zu haben. „Es gibt keine reelle Chance, das Hallenbad zu erhalten“, so Albers.

Und gerade das Hallenbad ist ein Thema, das die Parlamentarierer im Zusammenhang mit der Campus-Bebauung beschäftigt. Auch die SPD will Anträge unterstützen, die den Weiterbetrieb zum Ziel haben. „An einen Neubau können wir erst denken, wenn die Finanzen auch entsprechend sind“, so Ferdinand Böhm (SPD). In der Sitzung des Haupt-und Finanzausschusses am kommenden Montag (Beginn um 19.30 Uhr im Rathaus) werden dann auch die Anträge von CDU/FDP und Grünen zum Thema behandelt. Zudem wird der städtebauliche Vertrag, der nähere Details regelt, zur Beratung vorgelegt.

Reuschner: „Müssen Bebauungsplan auf den Weg bringen“

Der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan ist nämlich nichts mehr als eine formale Absichtserklärung, ein Gebiet planerisch neu ordnen zu wollen. Und dieses Signal werde jetzt erwartet, meinte Stadtverordneter Wilhelm Reuscher (FDP). „Die Stadt muss laut Vertrag bis Ende des Jahres Baurecht schaffen“, so der Liberale. „Wir müssen das jetzt auf den Weg bringen.“

Aber auf diesem Weg soll das Hallenbad nicht auf der Strecke bleiben: CDU/FDP haben beantragt, den Weiterbetrieb bis mindestens Ende 2019 im städtebaulichen Vertrag festzuschreiben. „Sofern der Wassersportverein dies mit den gegenwärtig geltenden Zuschüssen (15 000 Euro por jahr) realisieren kann“, formulierte CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Oberhuber. Nach Einschätzung des Vereins sei ein Weiterbetrieb über das Jahr 2014 - bis dahin war dies der Schlusspunkt - durchaus möglich. „Der Wassersportverein ermöglicht vielen Bürgern und Vereinen die Nutzung des Bades. Dieses Engagement soll weiterhin unterstützt werden“, so Oberhuber.

Baugebiet soll laut der Grünen weiter im Besitz der Sireo bleiben

Wesentlich weiter geht der Grünen-Antrag zum Thema, den Fraktionsvorsitzender Andreas Will erläuterte. Die Teilfläche des Hallenbads einschließlich der erforderlichen Parkplätze soll im künftigen Bebauungsplan als Fläche für Sportstätten zur ausschließlichen Nutzung für das Bad festgeschrieben werden. Diese Fläche soll als Ausgleich für den Bebauungsplan - ohne diesen kann Sireo das gesamte Gelände nicht vermarkten - kostenlos an die Stadt Dieburg übergehen.

Die Grünen wollen aber auch andere planerische Eckpunkte festschreiben: Die Straßen, Grüngürtel und Wasserflächen im künftigen Baugebiet sollen im Besitz der Sireo bleiben: Damit obliege ihr auch die Pflege der Flächen, die keinen Gewinn abwerfen.

Und zudem soll Sireo der Stadt für den Wertzuwachs marktübliche Ausgleichszahlungen leisten, die nicht bei den anvisierten 500 000 Euro als Pauschale halt machen. Diese weitgehenden Anträge zur Campusbebauung werden am Montag beraten.

Die Immobilientochter Sireo soll eine Teilfläche des Hochschul-Geländes für die Telekom durch Wohnbebauung profitabel verwerten. Im Gegenzug hat die Telekom die eigentlichen Immobilien der Postfachhochschule, die früher ihre „Ing-Ak“ (Ingenieurakademie) war, für einen symbolischen Euro dem Land Hessen übertragen. Eine Bedingung für die Vereinbarung ist, dass die Stadt bis Ende des Jahres Baurecht für die Wohnbebauung schafft, die auf Teilflächen im Süden entstehen soll.

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