Cannabis - Hände weg: Drogenentzug per SMS

Dieburg - (eha)  Die Dieburger Drogenberatungsstelle des Landkreises bietet Jugendlichen, die Probleme mit dem Konsum von Cannabis haben, ein neues Programm an. Der Kurs mit dem Titel „Realize it x-tra“ dauert etwa zwei Monate und setzt sich aus vier Beratungsgesprächen und drei Gruppentreffen zusammen.

Start des ersten Kurses für 14- bis 20-jährige Cannabiskonsumenten ist Ende April. Im Verlauf dieses Jahres stehen insgesamt drei bis vier Terminblöcke auf dem Programm.

Ziel des Kurses ist neben der Reduktion oder Beendigung des Cannabiskonsums die Klärung von Problemen, die häufig in Zusammenhang damit entstehen. Das Angebot setzt auf Eigenverantwortung und die Fähigkeiten der Jugendlichen, ihre Schwierigkeiten in Schule oder Ausbildung anzugehen und mit Unterstützung auch finanzielle Probleme oder Ärger in der Familie, Partnerschaft oder Clique zu lösen.

Die teilnehmenden Jugendlichen definieren zu Beginn des Programms ihr persönliches Programmziel und einzelne Teilschritte auf dem Weg dort hin. Erfolge und hilfreiche Strategien werden auch in der Gruppe diskutiert, wo der Einzelne von den Erfahrungen und der Unterstützung durch die anderen Jugendlichen profitiert. Durch regelmäßige Botschaften per SMS oder E-Mail, welche die Kursleiter Jürgen Barsties und Hermann Gramlich an die Jugendlichen schicken, sollen diese an ihre persönlichen Ziele erinnert und zum Durchhalten motiviert werden.

Die Entwicklung des Kurskonzeptes wurde vom Bundesgesundheitsministerium finanziert und in mehreren Beratungsstellen in Baden-Württemberg entwickelt und erprobt. Dabei wurden Kernelemente des bekannten Realize it-Programms, dessen sehr gute und nachhaltige Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist, übernommen und für 15- bis 20-Jährige angepasst. Das Ursprungskonzept von „Realize it“ für 20- bis 30-jährige Cannabiskonsumenten wird ebenso in der Drogenberatungsstelle angeboten.

Die Erfahrungen bei den bisher laufenden Programmen lassen erwarten, dass die meisten jugendlichen Cannabiskonsumenten zum Beginn des Programms einen gewissen Druck zum Beispiel seitens der Eltern, der Schule oder der Justiz brauchen, sich im weiteren Verlauf aber selbstständiger mit ihrem Verhalten auseinander setzen. Wichtig erscheint, dass ein erster Schritt zur Steigerung der Fähigkeit zur Selbstkritik getan wird.

Jugendliche, Eltern oder andere Bezugspersonen können sich unverbindlich und auf Wunsch anonym bei Jürgen Barsties oder Hermann Gramlich melden: 06071/61740; E-Mail: drogenberatung@ladadi.de.

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