Chris Gebert und sein kostenloses Portal

„Essen in Dieburg“: Hilfe bei knurrendem Magen

+
Chris Gebert ist Macher des Internet-Portals „Essen in Dieburg“. Seit Mitte Juli ist es online.

Dieburg - Wohin, wenn der kleine oder große Hunger kommt? Jetzt gibt es kulinarischen Erkenntnisgewinn via Internet. Von Jens Dörr 

Als Christian Gebert und seiner Freundin vor einiger Zeit der Magen knurrte, sollte die Küche kalt bleiben. „Wir wollten etwas zum Essen bestellen“, sagt der Dieburger, dessen Vornamen fast alle mit Chris abkürzen. Dabei fiel ihm auf: „Ich bestelle fast immer bei den zwei, drei selben Lokalen.“ Was ihm merkwürdig vorkam, gibt es in Dieburg doch schließlich eine weitaus größere Gastronomieszene als die von ihm bis dahin frequentierte. Eine Szene, die zudem – falls ohne Lieferservice – ihre Speisen häufig auch zum Abholen anbietet. Doch wo auf die Schnelle einen Überblick über Speisekarten, Art der Küche und Rufnummern hernehmen? In jener Form, wie ihn sich Gebert in diesem Moment des Hungers und der Lust auf kulinarische Abwechslung gewünscht hätte, gab es den Überblick nicht. Die Geburtsstunde des Online-Portals „Essen in Dieburg“.

Denn die Idee, aus Spaß an der Freude und Liebe zur Gersprenzstadt für Abhilfe zu sorgen, ließ den 24-Jährigen nicht mehr los. „Mein Grundgedanke war und ist es, anderen Dieburgern, denen es manchmal so geht wie mir, zu helfen“, sagt Gebert. Beruflich befasst er sich eigentlich mit Licht-, Ton- und Videotechnik, arbeitet mit seiner Firma rent a light in diesem Bereich (neben einer Festanstellung) auch selbstständig. Das Publizieren im World Wide Web ist dem Dieburger dennoch nicht fremd. Er sicherte sich die Internetadresse essen-in-dieburg.de und bastelte in seiner Freizeit mit dem Anbieter Wordpress an der Website los. Seit Mitte Juli ist sie online.

Mit „Essen in Dieburg“ verspricht Chris Gebert „Speisekarten aller Restaurants in Dieburg“. Was er noch nicht ganz erfüllte, als er mit seiner neuen Seite online ging. Zunächst verwies er vom Netzwerk Facebook darauf, bekam rasch einige Hinweise auf Lokale, die er noch nicht aufgeführt hatte. Wofür er dankbar war und womit er auch gerechnet hatte: „Ich habe die Lokale erst einmal aus meinem Kopf raus zusammengetragen und ein bisschen gegoogelt, wusste aber, dass noch einige fehlen würden.“ Die zumindest in diesem Fall hilfreiche Schwarmintelligenz des Netzes trug mehr als nur ein Scherflein bei. „Außerdem haben mich die vielen Likes für meine Idee in meinem Vorhaben bestärkt“, schildert Gebert, wie andere Facebook-Nutzer ihn unterstützten.

Soja ist in Maßen sehr gesund

Unterstützung erhielt er auch aus der Dieburger Gastronomie, die er per E-Mail kontaktierte und sie vor allem um digitale Versionen ihrer Speisekarten bat. Gebert verhehlt nicht, dass nicht alle reagiert hätten und er darüber doch ein wenig verblüfft gewesen sei. „Obwohl ich in meiner Mail auch geschrieben habe, dass es völlig kostenlos ist.“ Wie auch für die Besucher des Portals, die dort nach Belieben nach dem nächsten Schmankerl suchen können, ohne etwas dafür bezahlen oder eine bestimmte Verpflichtung eingehen zu müssen. „Ich habe da einfach Spaß dran“, stellt Gebert noch einmal heraus, keine kommerziellen Absichten zu verfolgen.

Die haben freilich fast alle 25 Dieburger Restaurants, die Gebert derzeit auf seiner Seite führt. Wobei „Restaurant“ nicht für alle Anbieter von Essen der passende Begriff ist: Neben klassischen Speiselokalen finden sich auch Cafés oder Dönerläden darunter, ebenso das rustikal-gemütliche Naturfreundehaus auf der Moret, das ehrenamtlich bewirtschaftet wird. Dass das Lokal auf Dieburgs Hausberg, das nur am Mittwochnachmittag und am Sonntag geöffnet ist, deutlich mehr als „nur“ diverse Schnitzelvarianten aus der Küche zu bringen vermag, ist eins von vielen Beispielen für gastronomische Erkenntnisgewinne, die sich über „Essen in Dieburg“ generieren lassen.

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Geordnet hat Chris Gebert die mehr als zwei Dutzend Anlaufstellen für knurrende Mägen unterdessen vor allem mit einer Übernavigation, die die nationale Hauptausrichtung des Speisekarte berücksichtigt – von „Deutsch“ über „Indisch“ („Da Kuldip“) und Griechisch (gleich dreimal mit „Split“, „El Greco“ und „Elia“) bis hin zu Klassikern aus Bella Italia. Die Kategorie „Café & Bar“ und „Frühstück“ findet man ebenso. Die Grenzen habe er „nach Gefühl“ gezogen, erläutert der Macher des Portals, der sich die Freiheit genommen hat, Fastfood-Ketten im I-Nord wie McDonald’s und Burger King zu ignorieren.

Ein Beispiel für die Einordnung: Deutsch sei „immer mit Schnitzel“. Wer sich auf „Essen in Dieburg“ unter „Deutsch“ informiert, stößt etwa auch auf eine Pizzeria, die neben italienischen Speisen auch Schnitzel anbietet. Womit Chris Gebert zufolge noch nicht Schluss sein muss: „Ich könnte mir vorstellen, dass man das Ganze auch auf Groß-Zimmern, Münster und Groß-Umstadt erweitert.“ Erst einmal soll aber „Essen in Dieburg“ bekannter werden.

Weitere Infos: www.essen-in-dieburg.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare