Damit der Kollege nicht vergeblich anruft

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Lukas Geißler (links) und Christian Tamanini haben gemeinsam mit einigen Kommilitonen „teamfunk“ entwickelt.

Dieburg/Darmstadt (jd) ‐ „Medien kann man nur lernen, wenn man sie macht“, sagt Lukas Geißler. Zusammen mit seinem Kommilitonen Christian Tamanini stand der Student in der vergangenen Woche drei Tage lang in der Darmstädter „Centralstation“ und erläuterte geduldig das, was die beiden mit weiteren Studenten des Studiengangs Media System Design (MSD) in den beiden vergangenen Semestern entwickelt hatten: den „teamfunk“, Teamzusammenhalt aus der Dose, sozusagen.

Entsprechend seiner Aussage also hat Geißler nicht nur theoretisch gelernt, wie man nützliche moderne Medien entwickeln könnte, er hat es auch praktisch umgesetzt. Ein kleines Dosentelefon, das mit einem Rechner funkt, ist das Herzstück von „teamfunk“, das die Dieburger Media-Studiengänge auf ihrer jährlichen Leistungsschau, der „Mediale“, vorstellten.

Rot, Gelb und Grün signalisieren die Erreichbarkeit der anderen Teammitglieder“, erklärt Geißler die Funktionsweise von „teamfunk“. Hintergedanke der Erfindung: Innerhalb des eigenen Teams sofort zu sehen, wer ansprechbar oder zu sehr in seine Arbeit vertieft, beziehungsweise abwesend ist, und entsprechend nicht in den fachlichen Diskurs eintreten kann. „So lässt sich effizienter kommunizieren“, erläutert der MSD-Student Sinn und Zweck.

Ist der Kollege erreichbar - grünes Licht

Das Gerät macht dabei vieles, um automatisch ein Bild des Kollegen zu erstellen und dessen momentane Erreichbarkeit ausdrücken zu können. Banalste, aber sinnvolle Funktion: Das Gerät registriert mittels Kamera, ob der Kollege gerade am Rechner sitzt. Ist das nicht der Fall, leuchtet die Lampe an der Dose des anderen rot, der vergebliche Anruf kann also vermieden werden.

Doch auch wenn der Kollege am Rechner sitzt, kann er vielleicht gerade nicht in ein Meeting hüpfen oder an einer Telefonkonferenz teilnehmen. Dann etwa, wenn er gerade in ein Grafikprogramm vertieft ist, was „teamfunk“ ebenso feststellen kann wie den Puls des Kollegen. Ein hoher Puls kann davon zeugen, dass der Kollege gerade unter Anspannung steht oder in Hektik ist – die Lampe leuchtet zum Beispiel gelb, signalisiert, dass der Zeitpunkt für die Kontaktaufnahme nicht der ideale ist.

Mehrere Würfel ergeben ein Musikstück

Eine pfiffige Idee Dieburger Studenten gibt es einige Meter weiter in der „Centralstation“ zu sehen: Mit „orbitone“ können auch jene schöne Klänge fabrizieren, denen die Musikalität nicht im Blut liegt. „In einer räumlichen Umgebung kann man damit gemeinsam Musik kreieren“, sagt Michael Gotta, der ebenfalls MSD studiert. Mehrere Würfel, deren Flächen unterschiedliche Musikinstrumente darstellen, lassen sich in einen auf den Boden projizierten Kreis legen. Je nachdem, ob sie auf einen inneren oder weiter außen liegenden Kreis gelegt werden und mit welcher Fläche, ergeben sich verschiedene Tonhöhen in der Klangfarbe zum Beispiel eines Basses. Ein Lichtstrahl fährt im Kreis herum und überträgt die einzelnen Töne in dem Moment, wo er auf einen Würfel trifft. Mehrere Würfel ergeben dann ein Musikstück, das einen fast meditativen Charakter entfaltet. „Immer wohlklingend, egal, wie man die Würfel anordnet“, sagt Gotta. Zum Einsatz kommen könnte das später einmal in Lounges oder auch in der Musiktherapie hofft er, der „orbitone“ ebenfalls in zwei Semestern, mit mehreren Kommilitonen und in Bezug auf Hard- und Software komplett eigenständig entwickelt hat.

Neben den Studenten des auslaufenden Studiengangs Media System Design nahmen auch die ebenfalls in Dieburg angesiedelten Studiengänge Media Production, Media Direction, Digital Media und Online-Journalismus teil. Drei Tage lang gab es in Darmstadt so auch Kurzfilme, Animationen, journalistische Produkte, Software-Anwendungen und vieles weitere zu erleben.

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