Unterricht endet schon um 11 Uhr

Dank Joachim: „sturmfrei“ für die Schüler

Jetzt schnell durch Wind und Regen zu Mutti ins Auto: Für die Schulkinder endete der Unterricht gestern um 11 Uhr. Foto: Hager

Dieburg - „Joachim“ macht’s möglich: Hitzefrei brachte der eher zurückhaltende Sommer 2011 kein einziges Mal, aber jetzt kurz vor Weihnachten beschert ein Orkantief den Schülern im Landkreis etwas Neues: sturmfrei. Von Lisa Hager

Wegen der aktuellen Sturmwarnungen für den frühen Nachmittag hatte das Schulamt alle Leiter der öffentlichen und privaten Schulen im Landkreis und in Darmstadt gebeten, den Unterricht, um 11 Uhr zu beenden. Aufgrund der verlässlichen Unterrichtszeiten in der Grundschule lag die Entscheidung bei der Schulleitung. Und so informierte beispielsweise die Gutenbergschule die Eltern - wenn möglich - über Telefon, aber auch über Durchsagen im Freien. Schüler, die nicht gleich abgeholt werden konnten, gingen mit anderen nach Hause oder wurden so lange in der Betreuung versorgt.

Auch im Schuldezernat des Landkreises wirbelte die Weisung des Schulamts alles durcheinander: In Windeseile musste der Kontakt mit den Busunternehmen aufgenommen werden, um den Schülertransport kurzfristig und flexibel zu organisieren. Bislang kam es hier nur vereinzelt zu Beschwerden: „Im Rahmen dessen, was uns so kurzfristig an Organisation möglich ist, haben wir das im Griff“, meinte Schuldezernent Christel Fleischmann.

Ob es wirklich nötig war, wegen des Sturms, der insgesamt glimpflich ablief, die Schulen früher zu schließen? Die Meinungen gingen bei den Eltern auseinander. Die Mehrheit der Mütter, die sich vor der Gutenbergschule eingefunden hatten, begrüßte die Entscheidung. „Ist doch besser so“, meinte eine Frau die auf dem Hof auf ihren Sohn wartete. „Wenn was passiert, heißt es später, warum habt ihr nicht gewarnt.“

Eine Oma, die ihren Enkel sowieso abholen wollte und von der Anordnung völlig überrascht war, erinnerte sich an ihre eigene Kindheit im Allgäu: „Bei uns war das ganz anders“, sagte sie, „bei Sturm und Schnee mussten wir in der Schule bleiben und durften nicht nach Hause.“ „Aber das waren auch andere Zeiten“, fügte sie hinzu.

Quelle: op-online.de

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