EHEC: Bisher elf Verdachtsfälle bekannt

Darmkeim gibt noch Rätsel auf

Dieburg (sef) ‐ Mittlerweile ist der aggressive Darmkeim EHEC vielleicht auch im heimischen Landkreis angekommen: Mehreren Patienten, bei denen der Verdacht besteht, sich mit dem Bakterium angesteckt zu haben, wurden ins Klinikum Darmstadt eingeliefert - darunter wohl auch ein Dieburger.

Einen der Erkrankten mussten die Ärzte zum Beatmen auf die Intensivstation verlegen. Ob es sich dabei um jenen Verdachtsfall aus der Gersprenzstadt handelt, stand bis zum Redaktionsschluss nicht fest. Auch konnten die Mediziner nicht eindeutig klären, ob nicht eine bereits bestehende Grunderkrankung der Auslöser für den schlechten Zustand des Patienten ist.

Außerdem kämpfen zwei weitere Patienten mit den schweren Symptomen, vier sind auf dem Wege der Besserung. Einen neuen Patient mit blutigen Durchfällen hat das Klinikum stationär aufgenommen. Ob es sich um den EHEC-Erreger handelt, ist noch fraglich.

Die Quelle der Infektionen konnte bisher nicht ausgemacht werden. Das Gesundheitsamt gehe jedoch davon aus, dass es sich bei dem auslösenden Krankheitserreger um einen Shigatoxin bildenden EHEC-Stamm handelt.

Das Gesundheitsamt und das Veterinäramt suchen daher weiter nach einer möglichen Infektionsursache. Von einem hochepidemischen Geschehen mit Übertragung von Mensch zu Mensch gehe man laut Dr. Jürgen Krahn zur Zeit nicht aus. Krahn ist Amtsarzt und stellvertretenden Leiter für Infektionsschutz, Hygiene und Umwelt am Gesundheitsamt Darmstadt und Darmstadt-Dieburg.

Aktuell sind elf Verdachtsfälle in Stadt und Landkreis bekannt, zehn davon werden stationär behandelt. Bei sechs dieser Patienten ist es zu einem schweren Verlauf mit Nierenversagen gekommen.

Bei den Patienten entwickeln sich meistens blutige Durchfälle, gefolgt von einem beschwerdearmen Intervall von wenigen Tagen bevor dann Hämolyse und Nierenversagen auftreten. Bei beschriebenem Krankheitsbild sollten die Patienten unbedingt stationär eingewiesen werden.

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