Dreikönigsspaziergang der Liberalen

Dauerbrenner: Trainingsbad und Sportplatz

In einem erbärmlichen Zustand präsentiert sich derzeit die Laufbahn auf dem städtischen Sportgelände am Schlossgarten.

Dieburg - . Zum traditionellen „Dreikönigsspaziergang“ hat die Dieburger FDP am Freitagnachmittag eingeladen. Schwerpunktthemen des politischen Rundgangs waren der geplante Neubau eines Trainingsbades und der Zustand des städtischen Sportplatzes am Schlossgarten. Von Matthias Grimm

Die Beteiligung der Bürgerschaft war eher gering, unter dem einen Dutzend Dreikönigsgänger waren mehrheitlich politische Mandatsträger und Funktionäre betroffener Dieburger Sportvereine.

Dr. Albrecht Achilles und Wilhelm Reuscher erklärten detailliert den Stand der Planungen für das Trainingsbad und ein städtisches Sportzentrum südlich der K 128. Das Sportzentrum liegt nach Aussage der Politiker noch in weiter Ferne, zehn bis 15 Jahre werde die Realisierung noch dauern. Derzeit wird unter drei Angeboten ausgewählt, dann wird entschieden welches Planungsbüro die grundsätzlichen Vorplanungen für das Zukunftsprojekt ausführen wird.

Konkreter sind die Planungen für das Trainingsbad, das unter der Regie des Dieburger Wassersportvereins (WSV) auf dem Areal des Freibades entstehen soll. Drei Flächen wurden von Sachverständigen geprüft. Von der Bodenbeschaffenheit her, so die FDP-Politiker, gebe es keine großen Unterschiede. Die Stadtverordnetenversammlung jedoch favorisiert die Flächen westlich im Anschluss an den Kiosk in Richtung des Beach-Volleyballplatzes.

WSV-Vorsitzender Klaus Schulte erläuterte, warum sein Verein schon jetzt das Hallenbad in Angriff nehmen will, obwohl das alte Bad auf dem Telekom-Gelände noch bis 2019 genutzt werden könnte. So sei die Energiebilanz des alten Bades „desolat“, die Reparaturkosten stiegen immens und ein Landeszuschuss in Höhe von einer Million Euro könne nur dann noch abgerufen werden, wenn der Antrag hierfür bis zum 30. Juni gestellt werde. Die Baukosten betragen geschätzte vier Millionen Euro, die der WSV aufbringen muss. Die Stadt soll laut vorliegendem Konzep das Grundstück im Wert von 400 000 Euro zur Verfügung stellen und die Erschließungskosten in Höhe von 300 000 Euro übernehmen.

Am 26. Januar stellt der WSV den genauen Stand der Planungen dem Stadtparlament vor. Dabei geht es nicht nur um die baulichen Planungen und die Finanzierung des Neubaus. Auch ein Finanzierungskonzept für die Kosten des laufenden Betriebs ist von Nöten, um in den Genuss des Landeszuschusses zu kommen. Und hier liegt wohl der Hase im Pfeffer. Laut Klaus Schulte würde es dem WSV sehr helfen, wenn sich die Stadt Dieburg Zeiten für den öffentlichen Badebetrieb kaufen würde. Dies sei aber vom Ausschuss für Sport, Soziales und Kultur abgelehnt worden.

„Da es neben dem 25-Meter-Becken auch ein zweites Becken, ein Lehrbecken, geben wird, werden wir nicht, wie im alten Bad zu 90 Prozent ausgelastet sein.“ Es gebe also Spielraum für den öffentlichen Betrieb.

Wilhelm Reuscher entgegnete, die Stadt Dieburg beteilige sich - falls das Projekt realisiert werde - insgesamt schon mit 700 000 Euro und rechtfertigte die ablehnende Haltung mit den zu erwartenden hohen Folgekosten für den städtischen Geldsäckel. So sei ein öffentlicher Badebetrieb aufgrund der Auflagen wesentlich kostenintensiver als der Trainingsbetrieb eines Vereins.

Zum Abschluss des Dreikönigsspaziergangs stand der städtische Sportplatz auf dem Programm. Dieser befindet sich, so Dr. Albrecht Achilles, „in einem blamablen Zustand für unsere Stadt Dieburg“. Es ist auf dem Areal nicht mehr möglich, regulären Sportunterricht abzuhalten oder das Sportabzeichen abzunehmen. Der eh schon erbärmliche Zustand der Laufbahn wurde noch dadurch verschärft, dass schwere Baufahrzeuge über das tiefe und matschige Geläuf zur Brücken-Baustelle am angrenzenden Schlossgarten fuhren - tiefe Spurrillen sind die Folge.

Roland Murmann, verantwortlich für das Sportabzeichen beim Dieburger Turnverein meinte, jetzt müsse auf jeden Fall Geld für die Reparatur in die Hand genommen werden. Da sei es sinnvoller, etwas draufzulegen und gleich in eine richtige Lösung zu investieren: eine Tartan-Laufbahn. Er schätzt die Kosten hierfür auf bis zu 200  000 Euro. „Dann ist aber für die nächsten zehn bis 15 Jahre Ruhe“ - eine Zeitspanne, die noch ins Land zieht, bis vielleicht ein neues Sportzentrum entsteht.

Quelle: op-online.de

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