Kreis schätzt Kosten jetzt höher / Dieburg sollte zwei Drittel zahlen

Zwei-Feld-Halle wird teurer: Steigt die Stadt jetzt aus?

Dieburg - Dass die Vereine der Stadt dringend eine Sporthalle brauchen, bestreitet niemand. Vor allem die Schließung der maroden Sporthallen auf dem Campus-Gelände hat die Situation noch verschlimmert. Der SV Blau-Gelb, der vor kurzem seinen 50. Geburtstag feierte, weiß ein trauriges Lied davon zu singen. Von Lisa Hager

Dort ist beispielsweise die Tischtennisabteilung zur DJK abgewandert, weil die Trainingsmöglichkeiten fehlten. Die Aussicht auf den Bau einer neuen Zwei-Feld-Halle neben der Gutenberghalle schien da endlich Licht an den Horizont zu zaubern. Der Landkreis braucht sie für die dort ansässigen Schulen, die Stadt sollte sie - bei der Finanzierung von zwei Dritteln der Kosten mithilfe des Sonderinvestitionsprogramms des Bundes - auch für die Vereine nutzen können. Zum Zeitpunkt der Beantragung der Mittel war man von Gesamtkosten von 2,4 Millionen Euro ausgegangen. Auf Dieburg wären 1,6 Millionen Euro entfallen, 500 000 Euro hätte die Stadt selbst aufbringen müssen, der Rest wäre aus dem Sonderinvestitionsprogramm (SIP) geflossen.

„Parlament macht vielleicht nicht mehr mit“

Jetzt legte Bürgermeister Dr. Werner Thomas in der Parlamentssitzung am Donnerstagabend überraschend einen Dringlichkeitsantrag vor, der klar machte, dass es bei dieser Summe nicht bleiben wird. „Beim so genannten Kick-off-Termin mit Schuldezernent Christel Fleischmann und dem Architekten sollte die Halle jetzt doch 2,8 Millionen Euro kosten“, erläuterte Thomas. Ein Teil der Zusatzkosten soll durch energiesparende Maßnahmen wieder refinanziert werden, sei ihm erklärt worden. Er habe da schon angedeutet, „dass das Parlament jetzt vielleicht nicht mehr mitmacht“, sagte er. Der Anteil der Stadt würde damit inzwischen 1,9 Millionen Euro betragen: 1,1 Millionen Euro flössen aus dem Investitionsprogramm zu, aber immerhin 800 000 Euro müsste sie selbst noch aufbringen. „Diese Eigenmittel sind durch den Haushalt nicht gedeckt“, heißt es in der Magistratsvorlage, die den Stadtverordneten am Abend vorlag.

Ersatzmaßnahmen angemeldet

Daraus würden sich folgende Möglichkeiten ergeben, über die abzustimmen sei: Zum einen könne sich die Stadt mit ihrem bisherigen Finanzierungsanteil von maximal 1,1 Millionen Euro wie geplant am Neubau der Halle beteiligen. Zum anderen könne sich die Stadt aus dem Projekt zurückziehen und die frei werdenden Mittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro aus dem SIP für den Bau einer dreigruppigen Kindertagesstätte als Ersatzneubau für den Kindergarten Knirpsenland im Baugebiet Hörmainz verwenden. „Diese Maßnahme ist als Ersatzmaßnahme im SIP angemeldet“, so Thomas.

Die Gesamtkosten würden sich auf 1,3 Millionen belaufen. Bis 7. Oktober soll der Kreis jetzt folgendem Beschluss, den die Stadtverordneten einstimmig fassten, zustimmen: Alle Kosten für den Hallenbau, die über den bisher angenommenen Zwei-Drittel-Anteil (1,4 Millionen) hinausgehen, sind vom Landkreis selbst zu tragen. Falls der Kreis nicht zustimmen sollte, wird für 8. Oktober eine Sondersitzung angesetzt, um das weitere Vorgehen zu beraten. Auf Anregung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Markus Oberhuber wurde noch festgehalten, dass sich die Stadt bei einer eventuellen Mitfinanzierung auch die Nutzungsmöglichkeit der künftigen Halle sichert.

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