Hoffen auf stabile politische Führung

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Im Wahlbezirk 2 im Rathausfoyer saßen die Wahlhelfer hinterm Tresen.

Dieburg - Freude, Erleichterung, Bestürzung, Resignation - von Gefühlen verschiedenster Art wurden gestern Abend Dieburger Kommunalpolitiker heimgesucht. Hier ein paar Stimmen zum Ausgang der Wahl. Von Lisa Hager

Karin Müller, SPD-Fraktionsvorsitzende: „Das ist ein sehr bitteres Ergebnis. Die Linke hat uns einiges weggenommen und etliche sind sicher auch zu den Grünen abgewandert. Wir haben uns in Dieburg anscheinend dem negativen Bundestrend angeglichen. Es war für Steinmeier, der ja auch eher ein ruhiger Typ ist, sicher schwer gegen die Amtsinhaberin anzukommen. Jetzt hoffen wir nur, dass sich dieser Trend nicht auch kommunalpolitisch auswirkt. Dem werden wir in den kommenden Monaten verstärkt entgegen arbeiten.“

Dr. Harald Schöning, Stadtverordnetenvorsteher (CDU): „Ich begrüße das Ergebnis natürlich, erwartet habe ich erst mal nichts - außer, dass es knapp werden könnte. Jetzt werden wir hoffentlich wieder eine stabile politische Führung bekommen, die auch entscheidungsfähig ist.“

Walter Hönche, FDP-Stadtrat: „Ich bin demütig und dankbar. Ich habe das Ergebnis für die Liberalen in dieser Höhe nicht erwartet. Jetzt sind wir in der Regierung, aber wir sollten nicht vergessen, dass wir in schwierigen Zeiten an die Arbeit gehen. Wir wollen jetzt nur hoffen, dass vieles, was angedacht ist, auch umgesetzt wird. Wir liegen in Dieburg inzwischen weit vor den Grünen - das ist sensationell. Deutschlandweit haben wir bestätigt bekommen, dass man eine bürgerliche Mehrheit will. Es hat sich ausgezahlt, dass die FDP im Wahlkampf klar festgelegt hat, was sie will - auch in Sachen Koalitionsaussage, das hat sich ausgezahlt.“

Godehard Hagn, CDU-Stadtverordneter: „Die große Koalition hatte sich zu wenig bewegt, das hat der Wähler nicht mehr gewollt. Von der neuen Regierung erwarte ich mir vor allem eine Vereinfachung des Steuerrechts.“

Andreas Will, Fraktionsvorsitzender der Grünen: „Das Schlimmste, was jetzt passieren wird, ist, dass die Atomkraftwerke weiter in Betrieb bleiben. Und statt der versprochenen Steuersenkungen wird es Steuererhöhungen geben. Die Wahlversprechen, die CDU und FDP gegeben haben, können sie nämlich unmöglich halten. Für uns Grüne in Dieburg bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Insgesamt wird es natürlich für uns nicht leichter, weil wir Stimmen an die PDS und die Linke verlieren.“

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