Fastnachtsumzug

Dibborsch fest in Narrenhand

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Bunt und gut gelaunt – so zeigten sich die vielen Fußgruppen des Fastnachtsumzugs in Dieburg. Foto: Patrick Liste

Dieburg - Von begeisterten Äla-Rufen umjubelt schlängelte sich der närrische Lindwurm mit 111 Gruppen und rund 2700 Teilnehmern durch die Innenstadt. Zehntausende von Zuschauern säumten die Straßen. Von Bettina Link

Endlich konnten sich Männer in Frauenkleider werfen, ohne dafür komisch angeschaut zu werden. Geschminkt und genauso schick rausgeputzt wie die Damen der Tanzgarde fühlten sich die Herren beim Fastnachtsumzug am Dienstag in ihrer Rolle als Frau offensichtlich ganz wohl – und es waren einige zu sehen, die ins andere Geschlecht geschlüpft waren.

 Andere Zugteilnehmer verwandelten sich in Clowns, Pfauen oder kamen als Dracula daher. Der Kreativität der Kostüme waren beim Fastnachtsumzug in Dieburg wieder keine Grenzen gesetzt. Selbst Figuren aus dem Elbenland hatten sich in den närrischen Lindwurm eingereiht.

Beste Laune

Auch wenn dicke Bärenkostüme bei diesen Temperaturen durchaus Vorteile hatten, tat die eisige Kälte der Stimmung keinen Abbruch. Nicht anzusehen war den teils leichtbekleideten Mädchen, dass sie frierten. Die Musiker spielten mit Handschuhen geschützt einen Fastnachtssklassiker nach dem anderen. Zwar kamen die Schlappmailer der DJK mit Schirm, Scharm und Äla, ersteres hätten sie aber auch zulassen können, denn von oben regnete es am Fastnachtsdienstag nur Süßigkeiten.

Die rund 2 700 Zugteilnehmer verbreiteten auf ihrem 3,5 Kilometer langen Weg durch die Stadt beste Laune. Auch bei den Zuschauern, die zu tausenden den närrischen Lindwurm säumten, war die Stimmung alles andere als eisig. Auf jedes gerufene „Dibborsch“ antworteten sie mit einem donnernden „Äla“.
Insgesamt 111 Gruppen stellten den närrischen Zug, der sich durch die Innenstadt schlängelte: Spielmannszüge, Fußgruppen und bunte Wagen nahmen ab 13.33 Uhr die Stadt voll in ihren Besitz.

Bilder vom Fastnachtsumzug

Närrischer Umzug

Neben Clowns, Pfauen und Lego-Männchen, fanden auch die Kapuzinermönche wieder ihren Weg nach Dieburg: Die Gruppe „Puhlwerm“ erinnerte unter dem Motto „Kloster Adé“ an den Wegzug der Mönche aus Dieburg. Auf ihrem Wagen fuhren sie sogar die Wendelinuskapelle in Miniaturformat mit sich.

Als Bankenretter kam der KC Promill 05 daher. Im Gepäck hatten sie die geretteten (Garten-)Bänke gleich mitgebracht und zogen sie auf Rollen hinter sich her.

Begeisterung bei den Zuschauern, von denen manche schon zwei Stunden vor Umzugsbeginn ihre Aussichtsposten bezogen hatten, riefen auch die Vögel von „Rabe Socke“ hervor. Sie steckten in riesigen schwarzen Kostümen mit überdimensionalen Schnäbeln, Farbe brachten die großen bunten Luftballons ins Spiel.

Frühlingsstimmung

Unter dem Motto „Grün ist die Liebe zur Natur“ brachten die Schlabbekicker etwas Frühlingsstimmung in Form von grünen und geblümten Kostümen mit. Auch ansonsten war der Umzug vor allem eins: bunt.

In bonbonfarbenen Kleidern steckten die Damen und Herren von den „Deppchen“. Nicht nur Bonbons für das Auge gab es für die kleinen Umzugsbesucher. Für sie regnete es reichlich Kamelle. Lücken im Zug nutzten die kleine Polizisten, Hexen und Cowboys am Rande des Umzugs, um ihre Tüten prall zu füllen. Sichtlich Spaß am Verteilen der Süßigkeiten hatte auch Landrat Klaus Peter Schellhaas, der sich in diesem Jahr ein Plätzchen auf dem Wagen des Elferrats gesichert hatte.

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