Kapuziner-Kerb

„Wir werden euch vermissen“

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Die Kapuziner-Kerb ließ bei der großen Resonanz keine Wünsche offen, auch weil sie eine der letzten Gelegenheiten zum Gespräch mit den Mönchen war.

Dieburg - Ende des Jahres geht die Ära des Klosters in Dieburg zu Ende. Bei der traditionellen Kapuzinerkerb kamen deshalb Abschiedsgefühel auf. Von Michael Just

„Wir werden euch vermissen!“ Wenn man Bruder Berthold und damit den Guardian des Dieburger Kapuziner-Klosters fragt, wie oft er diesen Satz in den letzten Tagen schon gehört hat, fällt das Zusammenzählen schwer. „Viele Male“, antwortet er mit seinem sympathischen Lächeln. Am Wochenende bei der Kapuziner-Kerb (KK) kamen nicht wenige weitere Worte des Bedauerns hinzu. Das lag auch daran, dass die Kolping-Familie, die vor zehn Jahren die Idee zur KK hatte und seitdem die Ausrichtung übernimmt, 2011 ein Novum einführte. Zum ersten Mal gab es einen Oldie-Abend im Klostergarten mit Wunschmusik. „Eine tolle Idee für Gespräche und Begegnung“, sind sich alle Padres bis heute einig. Am Samstag wurde wehmütig klar, dass der gerade mal zweite Oldieabend vermutlich auch der letzte sein wird.

Leberkäsbrötchen und Bier im Klostergarten

Zumindest hatte man dieses Mal mehr Glück mit dem Wetter, das sich im letzten Jahr noch als unfreundlich erwies. Am CD-Player saßen Klaus Scholze (71) und Martin Prokosch (25), die gerne Wünsche aufnahmen. Vor allem legten sie deutschen Schlager in das CD-Fach ein. Dabei achteten sie stets auf eine dezente Lautstärke. „Ich laufe sogar regelmäßig mal durch um zu hören, ob es zu laut oder zu leise ist“, so Scholze. Der Oldie-Abend bescherte dem Klostergarten volle Bänke, auf denen man sich Leberkäsbrötchen, ein frisches Bier und leicht angegärten Apfelsaft schmecken ließ. Gekommen war auch Pfarrer Alexander Vogl, um die guten Beziehungen von St. Peter und Paul zu den Kapuzinern zu untermalen. Dazu verweilte ein Kirchenchor aus Schotten im Klostergarten, der vor geraumer Zeit über eine gebürtige Dieburgerin Kontakt zu den Mönchen bekam. Die Mittelhessen haben die Dieburger Kapuziner ebenfalls liebgewonnen und sangen am Samstagabend ein Ständchen.

Die meisten Hände musste Bruder Berthold schütteln, da er, was viele wussten, am Samstag seinen Namenstag beging. Dazu wurde er für das zehnjährige Jubiläum der KK beglückwünscht. Am Sonntag endete die zweittägige Veranstaltung mit einer Festmesse, in der die Speeslochfinken sangen. Im Anschluss gab es Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen.

Trotz der vielen Themen, die am Wochenende mit den drei anwesenden Mönchen angerissen wurden, ließ sich der Weggang der Brüder nicht von der Gesprächsliste bekommen. Da änderte auch der große Zuspruch an beiden Festtagen nichts, der eher umso mehr verdeutlichte, dass die Schließung des Klosters die Dieburger härter schmerzt als bisher angenommen.

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