Alfred-Delp-Schüler feiern Reifezeugnis mit amerikanischem Anstrich

„Hey Leute, wir haben das Abi“

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Geschafft: Mit amerikanischen Doktorhüten wurde in Aschaffenburg gefeiert. 190 Alfred-Delp-Schüler legten ihr Abitur ab.

Dieburg - Manche Dinge sind so großartig, dass es eine Weile dauert, sie zu realisieren. Von Michael Just 

„Hey Leute, wir haben unser Abi!“, erinnerten die Moderatoren Parschad Esmaeli und Luca Steinbeck am Samstagabend beim Abi-Ball der Alfred-Delp-Schule gleich zu Beginn ihrer Begrüßung nochmal an diesen Meilenstein. Nur die gediegene Atmosphäre, die eine schier endlose Zahl wunderschöner Abendkleider bei den Damen und top-seriöser Anzüge bei den Herren entfachte, schien zu verhindern, dass die Freude lauthals herausgeschrien wurde. Wie die Jahre zuvor fand der Abi-Ball in der Aschaffenburger Stadthalle statt. Bei 221 Abiturienten und Anhang, was unter dem Strich 750 Personen ausmachte, war an eine Feier in der Römerhalle aus Kapazitätsgründen nicht zu denken.

Der Abend stand unter dem Motto „American Prom Night“, womit alles einen Anstrich aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten erhielt. „Stars and Stripes“ zierten die Eintrittskarte, amerikanische Doktorhüte die Köpfe und das Buffet war mit Chicken Wings, Pulled Pork, Cheese Maccaronis, Wedges und Gemüsepfanne einfach, aber wohlschmeckend gehalten.

Ein Männerballett ist beim Abi-Ball nicht mehr wegzudenken.

Noch vor dem Essen stand die Rede von Schulleiterin Bettina Wannowius an. Wie sie sagte, werde sie die diesjährigen Abgänger für immer in Erinnerung behalten, da sie die ersten in ihrer noch kurzen Amtszeit sind. Ganz genau wurde gelauscht, als die Schulleiterin den Abi-Scherz ihres Jahrgangs, geschehen 1984 in Idstein, vortrug. Da eine eher harmlose Idee – das Füllen des Klassenzimmers mit Luftballons –aufgrund des fehlenden Schlüssels scheiterte, entschied man sich kurzerhand, die Lehrer-Autos mit Wasser und Mehl zu bestreuen. Was für Unwissende harmlos klingt, zieht eine äußerst verklebte und hartnäckige Verschmutzung nach sich. „Obwohl wir anboten, die Reinigungskosten zu übernehmen, endete die Sache im Eklat. Es gab keine Abitur-Feier und die Schulleitung drückte uns die Zeugnisse ohne große Worte in die Hand“, so Wannowius. Dieser Abgang bedrücke sie bis heute.

Da die ADS-Abiturienten 2017 einem Abi-Scherz keine Bedeutung einräumten, tangierte den Ball keinerlei Zerwürfnisse dieser Art. Die gelöste Stimmung wurde beim Männerballett deutlich, das Jahr für Jahr zum Gaudi-Höhepunkt avanciert. Die männlichen Abiturienten studieren dafür eine heitere Einlage ein. Unterstützung gibt es von jener weiblichen Mitschülerschaft, die sich im Bereich Tanz auskennt. Das waren diesmal Carla Vogt, Mona Kaiser, Louisa Moser, Manuela Boromand, Jana Schmidt und Nathalie Bünger. „Im Verlauf der Proben dünnte sich eine zuvor riesige Gruppe ziemlich aus“, berichteten die Trainerinnen nach dem Auftritt über die sechswöchige Vorbereitung. Die gute Stimmung, die die Formation als männliche und weibliche American Footballer (letztere mit übergroßem Busen) entfachte, setzte Schulsprecher Paul David Zürcher mit einer geistreichen Rede fort.

Alfred-Delp-Schule Dieburg feiert ihren Abi-Ball: Bilder

Für ihn ändert sich in Zukunft gar nicht so viel: „Wurde bisher um Noten gefeilscht, sind es jetzt Gehälter“, sagte er. Getrickst werde weiterhin, anstatt mit dem Spicker nun bei der Steuererklärung. Nach einem nachdenklichen Einwurf, dass man die Zukunft nicht in Verbindung mit schwerwiegenden Entscheidungen, sondern viel eher anhand der Möglichkeiten sehen sollte, kehrte Zürcher zur heiteren Schiene zurück. Das erhaltene Rüstzeug an der ADS, darunter im Kunstunterricht, müsse jetzt richtig eingesetzt werden: „Einfach abstrakt denken und das für eine Menge Kohle verkaufen“, lautete sein Tipp.

Bevor die Tanzfläche mit Live-Gesang von Diana and the Music sowie DJ Stephan Schmidt am Plattenteller freigegeben wurde, stand noch die Krönung der schönsten Abendgarderoben sowie der engagiertesten Helfer an. Das größte Lob erhielten Philippa Fröhner und Miriam Saraiva Munz: Die Ausrichtung des Abi-Balls managten die beiden nahezu alleine. Dazu gehörte das Arrangement mit der Aschaffenburger Stadthalle, das Koordinieren der Sitzplatzwünsche von 750 Personen und die Deko, für die die eigenen Familien mit Bastelaufträgen eingespannt wurden.

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