Gütesiegel für Amtsgericht, Finanzamt, JVA

Mitarbeiter in Sachen Familie unterstützen

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Amtsgerichtsdirektor Frank Richter (links) und zwei seiner Mitarbeiterinnen nehmen das Gütesiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ von Innenminister Peter Beuth entgegen.

Dieburg - Das Amtsgericht Dieburg hat als erstes Direktorialamtsgerichts das neue Gütesiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber Land Hessen“ erhalten. Damit gehört es zu den ersten zertifizierten Behörden in Hessen. Von Lisa Hager 

Die Auszeichnung hat kürzlich Innenminister Peter Beuth in Wiesbaden verliehen. Insgesamt erhielten 19 hessische Dienststellen das Gütesiegel, darunter sind auch das Finanzamt Dieburg und die Justizvollzugsanstalt Dieburg. Gemeinsam mit dem Projektteam des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport wurden Ziele und Aktivitäten zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusammengestellt – zugeschnitten auf Anforderungen und Bedürfnisse der Mitarbeiter des Amtsgerichts. „Dazu gehören Lösungen für Kinderbetreuung und Pflege ebenso wie die Möglichkeit, im Notfall spontan den Arbeitsplatz nach Hause zu verlagern“, sagt Amtsgerichtsdirektor Frank Richter.

Gerade sei man dabei, sich mit anderen Behörden in zwei Arbeitsgruppen zu vernetzen, um für den Fall, dass Mitarbeiter Angehörige pflegen müssen, gerüstet zu sein. „Wir wollen den Mitarbeitern dann alle erforderlichen Informationen, Ansprechpartner in der Region und die Abläufe bei der Beantragung von Leistungen geben können“, konkretisiert Richter diesen „Notfallplan“. Dabei arbeite man mit dem Finanzamt Dieburg, dem Hessischen Amt für Versorgung und anderen Stellen zusammen. Diese Unterarbeitsgruppe tagt derzeit noch.

Mehr Maßnahmen in den nächsten Jahren

„Bei der Kinderbetreuung wollen wir die Angebote der Stadt und der Kommunen der Region bündeln und dafür sorgen, dass sich unsere Mitarbeiter auch bei diesen Angeboten anmelden können. Hierzu stehen noch Gespräche aus“, geht Richter auf das zweite Thema ein.

Das Gütesiegel beinhalte einen Aktionsplan, bei dem bestimmte Ziele in den nächsten zwei Jahren erreichen werden sollen. Zu den kurzfristigen Maßnahmen zählt auch ein Notfall-Laptop für Telearbeit. „Außerdem wollen wir noch flexiblere Arbeitsmodelle anbieten, als bislang“, so der Amtsgerichtsdirektor.

Der Preis sei zugleich Ansporn, auch in Zukunft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders in den Blick zu nehmen. „Der demographische Wandel erfordert es, dass wir qualitativ hochwertige Arbeit mit weniger Personal und einer älter werdenden Belegschaft erledigen“, so Richter weiter.

Mit der Auszeichnung werde das Amtsgericht zusätzlich motiviert, für familienfreundliche Organisationsstrukturen zu sorgen. Dies würde insgesamt eine bessere Serviceorientierung bewirken, wovon neben den Mitarbeitern auch die Bürger profitierten.

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