Risiko eines Angriffs

Wildschwein-Problem in Dieburg–  Frischlinge am Spielplatz

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Wildschwein

Eine Wildschwein-Attacke in Dieburg? So weit ist es glücklicherweise noch nicht gekommen. Trotzdem warnt die Stadt vor dem 100-Kilo-Koloss. Die Sau hat Nachwuchs – und würde alles tun, ihn zu verteidigen. 

  • Dieburg bei Darmstadt hat ein echtes Wildschwein-Problem
  • Angriffslustige Mutter: An einem Spielplatz hat eine Sau Junge geworfen
  • Die Stadt Dieburg warnt ihre Bürger und hat das Wildschwein Territorium abgesperrt

Dieburg – In den vergangenen Jahren haben Wildschweine immer wieder und immer öfter für Unmut vor allem im Dieburger Westen gesorgt. Ist es bislang bei umgepflügten Gärten geblieben, hat Dieburg (Kreis Darmstadt-Dieburg) nun ein veritables Wildschwein-Problem: In unmittelbarer Nähe des Kinderspielplatzes Ecke Waldstraße/Kastanienweg hat eine Muttersau ihre Frischlinge geworfen. 

Und weil die Tiere die Scheu vor Menschen schon lange verloren haben und nicht von alleine weggehen, rät die Stadt Dieburg den Anwohnern zur Vorsicht. Der Bereich ist weiträumig abgesperrt, Hinweisschilder warnen vor dem Wildschwein. Denn Muttertiere sind angiffslustig, wenn sie ihren Nachwuchs in Gefahr wähnen.

Wildschwein-Problem in Dieburg: Jagen ist keine Lösung

Bejagung, Betäubung, Vertreibung oder Umsiedelung des Wildschweins sind keine Lösungen. Dieburgs Bürgermeister Frank Haus (parteilos) verweist auf jagdrechtliche und sonstige Vorgaben. Betäubungen per Blasrohr etwa gelten als Medikamente und dürfen Wildtieren nicht verabreicht werden. Schüsse dürfen innerhalb der Stadtgrenzen generell keine fallen. Vertreiben dürfe man die Muttersau erst, wenn die Frischlinge ihr folgen könnten. 

Dies sei dem Jagdpächter Michael Hartmann zufolge nach zehn bis 20 Tagen der Fall, berichtet Haus. Der Orthopäde berät die Stadt Dieburg. Dem Bürgermeister zufolge sind die Frischlinge etwa eine Woche alt. Es kann also noch ein paar Tage dauern, bis sich die Wildschweine verabschieden oder zumindest weglocken lassen.

Wildschwein in Dieburg: Stadt warnt Anwohner vor Gefahr

Bis dahin bleibt offenbar nur die etwas unbefriedigende Lösung des Abwartens. Die Stadt Dieburg hat eine Postwurfsendung mit Handlungsempfehlungen für die Anwohner erstellt. Diese soll am Montag verteilt werden. Die Nachbarn seien im Übrigen besonnen und reagierten gelassen auf die latente Gefahr, berichtet der Verwaltungschef.

Dennoch habe man die Absperrungen rund um den Geburtsort erweitert und verstärkt, wenngleich Haus klar ist: „Wenn das Tier irgendwohin will, dann kommt es auch dahin.“ Es gehe aber auch darum, der etwa 100 Kilo schweren Wildsau den Weg Richtung Feld zu weisen.

Dieburger Wildschwein-Problem lockt hessische Medien an

Inzwischen haben sich auch der Hessische Rundfunk und der Radiosender FFH für das Dieburger Wildschwein-Problem interessiert, und Haus musste einen Medien-Marathon bewältigen. Mit gemischten Gefühlen, denn allzu viel Wirbel ist ihm gar nicht recht: „Einen Wildschwein-Tourismus, der die Tiere aggressiv machen könnte, können wir dort gar nicht gebrauchen.“ Deshalb sein Appell, den Bereich zu meiden und die Wildschwein-Familie nicht zu besuchen.

Von Ralf Enders

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