TIZ Dieburg ist ein Erfolgsmodell

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Das Technologie- und Innovationszentrum - kurz TIZ genannt - zwischen Albinischem Schloss und Landratsamt beherbergt 18 Unternehmen.

Dieburg - „Der Standort Dieburg ist ideal für viele Gründer“,sagt Ralf Möller. Er muss es wissen, ist er doch beim Landkreis Darmstadt-Dieburg seit einem Jahr Leiter der Abteilung für Wirtschaft, Standortentwicklung und Bürgerservice - Themen also, die für den Lebensstandard der Menschen in der Region erheblichen Wert besitzen. Von Jens Dörr

Möller zählt auf: „Die Nähe zur Hochschule, zu Unternehmen und mitunter auch zur Kreisverwaltung machen Dieburg attraktiv.“

Parallel dazu habe sich in Dieburg ein echtes „Erfolgsmodell“ etabliert: das Technologie- und Innovationszentrum - kurz TIZ genannt - zwischen Albinischem Schloss und Landratsamt. Der Anbau des Landratsamts wurde als Folge von Umstrukturierungen innerhalb der Kreisverwaltung in den 90ern nicht mehr für den Zweck benötigt, für den er gebaut worden war. Aus dieser „Not“ heraus entwickelte man eine Tugend: Hier sollten Gründer rasch und unkompliziert Räumlichkeiten finden, um Ideen in die Tat umzusetzen. „Dieses Konzept ist zeitlos gut und richtig“, findet Möller. „Es hat meiner Ansicht nach daher auch Zukunft.“

Nachdem das TIZ Dieburg von 2005 bis 2008 als Außenstelle der Innovationsgesellschaft, die das TIZ in Darmstadt betreut, de facto mitverwaltet wurde, übernahm es Mitte 2008 wieder der Landkreis Darmstadt-Dieburg. „Für die Mieter war dieser Wechsel allerdings nicht spürbar“, betont Möller. Die Menschen, die das TIZ Dieburg inzwischen mit Leben füllen, sind zu zwei Dritteln „echte“ Gründer, die restlichen arbeiten in diesem Umfeld und betreuen etwa Existenzgründer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Selbständigkeit angehen.

Mittlerweile möchte man aber vorwiegend Gründer suchen, die auf dem Mediencampus Dieburg studiert haben - viele kommen aus der Region und kehren Dieburg und der Region auch nach dem Studium nicht den Rücken. Vor allem werden frische Unternehmen aus dem „innovativ-technischen Bereich“ ausgewählt, wie Möller es formuliert. Das Wort „suchen“ muss er nicht benutzen - das TIZ Dieburg ist aktuell voll belegt.

Gründe für die Beliebtheit bei den 18 Unternehmen, die im TIZ derzeit ihren Geschäften nachgehen, gibt es viele: Das Angebot des Zentrums erstreckt sich von der kostenlosen Nutzung von Besprechungsräumen und günstiger Nutzung von Konferenzräumen über eine kostenlose Mieterberatung bis hin zu Hausveranstaltungen.

Die Mieten liegen unter den Durchschnittspreisen, die Büroeinheiten sind klein. „Was die Mieter besonders schätzen, ist die moderne Atmosphäre“, sagt Möller. „Man kennt sich eben im TIZ, man gehört - wie in einer intakten Familie - zusammen und hilft sich gegenseitig.“ Der Austausch mit anderen Gründern sei gerade in der Anfangsphase von immensem Wert. Das addiert zu Punkten wie der guten Verkehrsinfrastruktur und der Anbindung ans Breitbandnetz ergibt in der Summe ein äußerst attraktives Paket.

Schaut man sich die Unternehmen im TIZ näher an, erkennt man zwei Tendenzen: Einerseits sind es Beratungsfirmen, die dominieren, andererseits Dienstleister aus der IT-Branche. Aber auch ein neues Unternehmen aus der Schienenfahrzeugtechnologie wurde hier einst gegründet. „Das wuchs so stark, dass es im Haus über seine drei Büros hinaus nicht mehr weiter expandieren konnte“, erklärt Möller. So verließ es das TIZ, das damit seine Aufgabe in der Startphase erfüllt hatte.

„Der Erfolg des TIZ Dieburg ist aber kein Ruhekissen“, sagt Möller. Die bessere Vernetzung der Akteure sei ein Schwerpunkt für die Zukunft: „Hierzu zählen die Mieter, die Hochschule Darmstadt mit dem Campus Dieburg, Unternehmen aus der Region, das Regionalmanagement, die Kreisverwaltung, die Innovationsgesellschaft und natürlich die potenziellen Gründer“, so Möller. Dieser Prozess soll im kommenden Quartal abgeschlossen werden.

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