Großprojekt in Dieburg

Fast alles fertig auf „Luha-Areal“

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Blick hinter die neuen Gebäude in die Tiefgarage. Dort stehen bald 58 öffentliche Parkplätze zur Verfügung.

Auf dem Gelände der ehemaligen Ludwigshall‘ geht´s voran: Alle Wohnungen sind verkauft oder vermietet, die Augenärzte haben losgelegt, das Parkhaus ist in Kürze für jeden nutzbar, und die Stadtmauer ist bald wieder zu sehen.

Dieburg – Zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung waren die Objekte Nummer 6 und 8 in der Dieburger Zentturmstraße die ersten, die Ulrich Scheinert zusammen mit seinem Schwager Peter Biskupek bauen ließ und fortan vor allem als Arztpraxen vermietete. Rund 30 Jahre später ist Scheinert ein gemachter Mann und gefragter Projektentwickler, hat mit der umtriebigen Investorengruppe Biskupek Scheinert Moog auch in Dieburg noch einiges vor (Post-Gelände, womöglich auch Krankenhaus-Areal).

Ein anderes Großprojekt steht in diesen Wochen vor dem Abschluss: Auf dem Gelände der abgerissenen Ludwigshall’ („Luha“) sind in vier neuen Objekten rund 2 000 Quadratmeter Nutzfläche für Ärzte und mehr als 1 000 Quadratmeter Wohnfläche entstanden. „Noch im Frühjahr sind wir mit allem fertig“, verspricht Scheinert.

Neu sind entlang der Zentturmstraße die Häuser Nummer 10, 12, 14 und 16. In Haus 10 zogen vor wenigen Wochen mehrere Hautärzte als erste gewerbliche Nutzer auf das traditionsreiche Areal. Am Dienstag nahmen auch die Augenärzte im ebenfalls direkt an der Zentturmstraße gelegenen Haus 16 ihre Arbeit auf. In wenigen Wochen einziehen will ein Kieferorthopäde; noch frei ist ein 280 Quadratmeter großes Dachgeschoss, dessen Nutzung als letzte aller Flächen noch ungeklärt ist. „Hierfür haben wir ebenfalls eine Arztpraxis als Interessent“, verrät Scheinert. Nicht nur die Gewerbe-, sondern auch die Wohnflächen sind ansonsten sämtlich verkauft oder vermietet. Zwölf Wohnungen mit 80 bis 120 Quadratmeter hatte die Investorengruppe mit Sitz in Darmstadt zum Verkauf angeboten. Am Mittwoch wurde der letzte Kaufvertrag unterschrieben. Acht Eigentümer sind bereits eingezogen. Hinzu kommen zwei kleinere Wohnungen, die die Partner Ulrich Scheinert, Peter und Roland Biskupek sowie Nicolas Moog an die Nieder-Ramstädter Diakonie vermieten werden. Sie will dort Menschen mit (leichter) Behinderung ein weitgehend selbstständiges Wohnen ermöglichen.

Geheizt und gekühlt werden alle Objekte, die sämtlich über Aufzüge verfügen, über zwei schon in Betrieb genommene, erstaunlich leise Pumpen im künftigen Grünbereich. Er liegt zwischen den beiden von der Zentturmstraße zurückversetzen Häusern 12 und 14 sowie dem Herrngraben auf der Südseite des Geländes. „In zwei, drei Wochen sind wir mit den Außenanlagen fertig“, blickt Scheinert voraus. Der Garten wird dann gen Flüsschen mit einem Zaun abgesichert sein. Die Brücke, die früher die Straße Hinter der Schießmauer mit der Luha verband, existiert weiter, allerdings ausschließlich als Angriffsweg der Feuerwehr. „Auch die Bewohner dürfen diese Brücke nicht benutzen“, so Scheinert.

Der gebürtige Dieburger –Ulrich Scheinert entstammt jenem Gebäude an der Steinstraße, in dem sich heute eine Parfümerie befindet – kündigt außerdem an, dass die Tiefgarage in Kürze auch für alle Besucher der Innenstadt nutzbar sein wird. Von den insgesamt 88 Parkplätzen dienen 30 ausschließlich den Eigentümern und Mietern. Die anderen 58 kann gegen Gebühr 24 Stunden täglich jedermann belegen. Die Einfahrt in die Tiefgarage erhält eine Schranke, bezahlen kann man am Automaten. Die alte Zufahrt zu den bisherigen Parkplätzen hinter den zwei älteren (noch immer von der Investorengruppe vermieteten) Ärztehäusern befindet sich noch zwischen den Objekten 8 und 10, wird demnächst aber zurückgebaut.

Dürften die Arbeiten vor Ort wohl im Mai ihren Abschluss finden, werden dann seit Baubeginn (Start der Erdarbeiten war im November 2016) zweieinhalb Jahre vergangen sein. Den Verlauf der Entwicklung des Luha-Areals schildert der Investor als weitgehend normal. Der temporäre Baustopp wegen einer um etwa 50 Zentimeter höheren Ausführung eines der Gebäude „hat uns nicht allzu sehr gestört, da wir die Handwerker zum Glück nicht heimschicken mussten, sondern sie an den drei anderen Gebäuden weiterarbeiten konnten“.

Und was wurde aus dem Plan, ein Stück der alten Stadtmauer an der Zentturmstraße nach den Bauarbeiten wieder sicht- und erlebbar zu machen? Vom Vorhaben, die Mauer ein Stück durch eine der Praxen laufen zu lassen, sei man abgerückt, so Ulrich Scheinert. „Dort hätten sie ja nur die Patienten sehen können.“ Stattdessen wird ein Stück Mauer in Bälde vor dem Eingang zu den Hautärzten freigelegt. Noch ist dort ein Streifen grauen Pflasters verlegt. Die Pflastersteine sollen rechts und links des Eingangs entfernt und durch eine Glasplatte ersetzt werden, durch die man dann das geschichtsträchtige Mauerwerk erblicken kann. VON JENS DÖRR 

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