Kehrtwende

Doch keine Kita an der Groß-Umstädter Straße?

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Baut Dieburg hier seine nächste Kita? Die CDU will auf das beschlossene Gebäude am Friedhof doch verzichten und auf dem Bolzplatz an der Feuerwehr bauen.

Kehrtwende: Dieburgs Christdemokraten bringen für einen Neubau einer Kindertagesstätte nun den Bolzplatz hinter der Feuerwehr ins Spiel. Dort gibt es mehr Platz und weniger Verkehr.

Dieburg – Vor genau zwei Wochen beschlossen die Dieburger Stadtverordneten mehrheitlich den Neubau einer Kindertagesstätte (Kita) an der Ecke von Groß-Umstädter Straße und Johann-Sebastian-Bach-Straße (wir berichteten). Richtig glücklich wirkten die Parlamentarier bei ihrem Votum für den umstrittenen Standort am Friedhof aber nicht. Vor allem wegen der Verkehrslage an einer Hauptstraße und der teilweisen Überbauung eines Regenrückhaltebeckens. Nun präsentiert die CDU eine Alternative, die die aus dem Zeit- und Handlungsdruck heraus geborene Notlösung verhindern und durch einen anderen Standort ersetzen könnte.

Am heutigen Montag werden Dieburgs Christdemokraten einen Antrag an die Stadt Dieburg verschicken. Inhalt: „Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, die am Standort Groß-Umstädter Straße geplante Kindertagesstätte an einer geeigneteren Stelle zu errichten, nämlich an folgendem Alternativstandort: Am Altstädter See, Flur 13, Flurstück 116/10. Die Planung soll an dieser Stelle beschleunigt vorangetrieben werden, damit der Förderantrag nicht gefährdet ist.“

Die CDU schreibt in ihrer Antragsbegründung, dass sie – obwohl sie ihre Stimmen für die Kita an der Groß-Umstädter Straße gegeben habe – mit der dortigen Kita-Errichtung „nicht zufrieden“ sei. Man habe „nur aufgrund des Zeitdrucks und auf die Aussage hin, dass es keine anderen geeigneten Grundstücke in Dieburg gebe, zugestimmt“.

Daher, so erläuterte Fraktionsmitglied Marc Hiltrop die Aktivitäten der vergangenen Tage, habe sich die CDU noch einmal selbst auf die Suche nach einem Grundstück gemacht – und sieht ein solches im städtischen Gelände hinter dem Feuerwehr- und Rotkreuz-Stützpunkt am Altstädter See. Auf dem genannten Flurstück befindet sich derzeit ein Bolzplatz. „Dort hätten wir sogar mehr Platz als an der Groß-Umstädter Straße, er würde für eine sechszügige Kita reichen“, hat Hiltrop, der von Beruf Architekt ist, berechnet.

Die CDU sieht den Standort auch deshalb als besser an, da die verkehrliche Situation entspannter als an der stark befahrenen Groß-Umstädter Straße und der Altstädter See leichter per Rad und zu Fuß erreichbar sei. Das Gebäude sehe man im Norden des Grundstücks, die Freifläche im Süden. Noch zu prüfen sei, ob man die Parkplätze gemeinsam mit dem Roten Kreuz nutzen könne.

Vor Ort „sollte eine eingeschossige Bauweise möglich sein“, glaubt die größte politische Fraktion in Dieburg. Der Baugrund sei wohl tragfähig, da nebenan ja auch der Feuerwehr-Stützpunkt keine derartigen Probleme verzeichne. Der vom Hänis kommende verrohrte Graben, der unter dem Grundstück entlang fließt, kann aus Sicht der CDU überbaut werden.

Mit der heutigen Zustellung des Antrags ans Rathaus nimmt die Debatte um den Kita-Neubau somit neue Fahrt auf. Mit den Grünen, die mit der Dieburger CDU koalieren und dem Antrag die Mehrheit sichern könnten, haben die Christdemokraten laut Hiltrop bislang noch nicht über ihren Vorstoß gesprochen.

VON JENS DÖRR

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