Dieburger Prinzengarde

„Lärmbelustigung“ in Gruselmasken

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Gruselig ging es zu bei der „Äla-Meile“. Die Hochstädter „Lärmbelustigung“ trug schaurige Masken.

Bei der Äla-Meile in der Innenstadt sorgen Musikgruppen aus Hochstadt und Münster für Stimmung.

Dieburg – Die Dieburger Fastnachter haben den Vorgeschmack auf die Kampagne 2019/20 ausgiebig gekostet: Nach der Saisoneröffnung am Montag und dem Ehrungsabend des Karnevalvereins am Freitag (Artikel auf Seite 3) sind am Samstagabend mehrere hundert Narren durch die Kneipen der Innenstadt gezogen. Zur guten Stimmung auf der Äla-Meile trugen auch Musiker aus Hochstadt und Münster bei.

So zogen die Hochstädter „Lärmbelustigung“ und die Münsterer „Hinnergassebuwe“ zunächst von der Römerhalle beziehungsweise dem Leer-Parkplatz aus musizierend gen Fastnachtsbrunnen. Dort schunkelten und hüpften sich etwa 200 Äla-Jünger gemeinsam mit dem noch amtierenden Prinzenpaar Gunter Fries und Marleen Schledt für die nächsten Stunden warm, in denen weitere kostümierte Gruppen ins Stadtzentrum kamen. Anlaufstellen waren insbesondere neun Lokale, die mit Luftballon-Trauben gekennzeichnet waren. Sie outeten die jeweilige Gaststätte als Fastnachtskneipe, in der Teufel, Geister und Gardisten besonders willkommen waren.

Die Prinzengarde zündete dreimal die „Laut Suss“.

Stichwort Gardisten: Um Punkt 19.33 Uhr eröffnete die Dieburger Prinzengarde die Session auf ihre Weise – mit drei lauten Schüssen aus der „Laut Suss’“, ihrer legendären, normalerweise im Zeughaus stationierten Kanone. Unheimlich werden konnte einem kurzzeitig auch beim Anblick der Musiker aus Hochstadt, die sich Gruselmasken aufgesetzt hatten. Der Bajazz auf dem Fastnachtsbrunnen zumindest guckte unverdrossen jeck.

Er nahm schließlich aus der Ferne wahr, wie die Hochstädter ihre Lärmbelustigung ebenso in die Kneipen brachten wie die Hinnergassebuwe. „Das ist unserer Beitrag zur Äla-Meile“, sagte KVD-Präsident Günter Hüttig. Der Verein hatte die beiden Gruppen verpflichtet und heizte mit ihnen die närrische Atmosphäre auf. Die schnupperten erstmals auch die neuen Betreiber der Römerhalle, die eine der neun teilnehmenden Lokale war.

Mit der ereignisreichen ersten Kampagnenwoche war Hüttig unterdessen hochzufrieden. Vor allem die Aktion am Montagvormittag mit vielen Marien- und Gutenbergschülern (sowie einer Kita, die sich auch noch spontan angeschlossen hatte), war ihm positiv in Erinnerung geblieben. „Wenn man mich fragt, was Fastnacht ist: dass alle Generationen miteinander feiern, von 7 bis 70“, sagte Hüttig. Die Kooperation mit den Schulen und das Einbinden ganz junger Dieburger auch abseits des Kinderumzugs wolle man im nächsten Jahr fortsetzen.

VON JENS DÖRR

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