Anregung aus der Ideenplattform

Leinen los auf der Hundewiese

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Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Jugend, Kultur und Sport trafen sich vor Ort, um sich die infrage kommende Fläche (im Hintergrund) anzuschauen. Vermisst wurden aber die Interessenten, die sich für die Hundewiese stark gemacht hatten.

Eine Anregung aus der Ideenplattform der Stadt steht vor der Umsetzung: Für Vierbeiner soll es eine eingezäunte Auslaufzone geben.

Dieburg – Wau: Reichlich Platz zum Toben dürfte es demnächst für Hunde geben; ganz ohne Leinenzwang auf einem – auch für Menschen – geschützten Areal. Den Haustieren fehlt es bislang in Dieburg an einem Gelände, auf dem sie sich austoben und ihr Sozialverhalten trainieren können.

Ein Problem, das Hundebesitzern schon länger auf den Nägeln brennt. Mit der Einrichtung der Ideenplattform auf der städtischen Homepage 2018 gab es für sie nun eine Möglichkeit, eine Initiative zu starten und Unterstützung zu mobilisieren. Die Stadtverwaltung Dieburg, so der Sinn dahinter, prüft die Ideen und setzt sie gegebenenfalls um. Nötig ist eine Mindestzahl von 50 Befürwortern, im Falle der Hundewiese wurde diese mit 71 weit übertroffen.

Der Magistrat beauftragte die Verwaltung, geeignete Flächen vorzuschlagen, 1 000 Quadratmeter galten als angemessene Größe. Innerhalb des bebauten Stadtgebiets gab es aus Sicht der Stadtoberen keine geeignete Zone. Auch die zunächst ins Spiel gebrachten Flächen zwischen der Groß-Umstädter-Straße und dem Friedhof (auf Höhe des Wirtschaftshofs) sowie auf der Wiese am Campus erschienen ungeeignet.

Fündig würde man schließlich auf einem städtischen Winkel nördlich der Bahnstrecke am Großwiesenweg, Hinter der Deponie 3, drittes Grundstück nach dem Bahnübergang rechts. Die Vorteile liegen auf der Hand: Parkmöglichkeiten gibt es entweder auf dem P+R-Platz am Bahnhof oder auf der nördlichen Seite rechts des Bahn-übergangs. Der Fußweg beträgt lediglich 250 Meter. Wer von der Straße Am Bauhof aus kommt, läuft sogar noch weniger Schritte bis zum Ziel. Auch aus dem Stadtgebiet heraus ist die Ecke ohne Weiteres per pedes oder mit dem Rad zu erreichen. Ebenfalls wichtig: Es gibt dort keine Anwohner, sodass Lärmbelästigung durch Hundegebell nicht zu befürchten ist.

Das Gelände ist derzeit noch an einen Landwirt verpachtet, der aber nach Auskunft von Bürgermeister Frank Haus der Aufhebung des Pachtvertrags zugestimmt hat und dem die Stadt einen Ersatz anbietet.

Vor Ort trafen sich dieser Tage die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Jugend, Kultur und Sport – alle gaben ihrer Verwunderung darüber Ausdruck, dass niemand aus dem Unterstützerkreis anwesend war, obwohl der Termin auf der städtischen Homepage und in der Presse bekannt gegeben wurde.

Unabhängig davon empfahl der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung die Umsetzung des Projekts. Einzig die FDP enthielt sich, weil sie zum einen mehr Informationen brauche, zum anderen wegen der Abwesenheit der Befürworter.

Bei der nächsten Sitzung der Stadtverordneten am Montag, 24. Juni, steht das Projekt zur Abstimmung auf der Tagesordnung.

Konkret ist vorgesehen, die 1 000 Quadratmeter große Fläche 1,80 Meter hoch einzuzäunen und mit einem Tor zu versehen. Dafür werden laut Bürgermeister Haus 6 500 Euro fällig. Hinzu kämen eine Bank – für Zweibeiner –, Mülleimer und Tütenspender für den Hundekot. Alles in allem betragen die Kosten dann rund 8 000 Euro. Überlegt wird auch, ob es Möglichkeiten gibt, die tierischen Hinterlassenschaften ohne Verwendung von Plastik entsorgen zu können. Zudem regt die Verwaltung an, Paten zu finden, die den Zustand der Anlage überwachen.

Stimmt das Stadtparlament zu, kann es laut Rathauschef Haus schnell an die Umsetzung des Projekts gehen. In etwa zwei Monaten könnten dann die Hunde in ihrer Auslaufzone nach Lust und Laune toben.

VON STEFAN SCHARKOPF

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