20. Stadtlauf des Dieburger

„Schöne Werbung für Dieburg“

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Als der Himmel seine Schleusen öffnete, waren die Schirme der Marktplatz-Gastronomie gefragt.

Der 20. Stadtlauf des Dieburger Turnvereins hat mal wieder mit einem Wetterextrem gekämpft – dem Wolkenbruch beim Jubiläumsrennen aber tapfer getrotzt.

Dieburg – Der „Dieburger Stadtlauf“ ist sich auch zum Jubiläum treu geblieben: Bei der 20. Auflage kämpfte die Veranstaltung des Turnvereins am Samstagnachmittag einmal mehr mit einem Wetterextrem. Sind die Hitzeschlachten der Vorjahre auf dem Rundkurs in der Innenstadt fast schon legendär, begleitete den Hauptlauf diesmal ein Wolkenbruch. An der Durchführung der insgesamt sechs Rennen mit in der Summe 505 Finishern änderte dies jedoch wenig.

Gegen 17.15 Uhr, eine Viertelstunde vor dem Start des Hauptlaufs über (nicht exakt vermessene) zehn Kilometer, öffnete der Himmel seine Schleusen. Und Moderator Mirko Theiß vom Organisationsteam des TV Dieburg wurde zum Intensivnutzer seiner Wetter-App: „Das ändert sich nicht mehr“, stellte er mit wechselndem Blick nach oben und aufs Smartphone fest. Die auf ihren Lauf wartenden Teilnehmer, die verbliebenen Läufer der vorherigen Rennen über 450, 1 200, 2 000 und 4 000 Meter und die Zuschauer hatten sich gerade unter alles geflüchtet, was ihnen rund um Start und Ziel am Marktplatz ein Dach bot.

Mirko Theiß (am Mikro) gehörte nicht nur zu den Organisatoren des TV, sondern moderierte auch im Ziel.

Nachdem die letzten Vier-Kilometer-Läufer pudelnass ins Ziel getrabt waren, machte Theiß Nägel mit Köpfen – und schickte das Hauptrennen trotz starken Regens auf die verwinkelte Zwei-Kilometer-Runde durchs Zentrum. Spontanen Schwund bedeutete das nicht: Läufer sind eben Outdoor-Sportler, und ein Verzicht kam für die 173 Teilnehmer des Hauptlaufs nicht infrage. Was sich auszahlen sollte, ließ der Regen doch rasch nach. Wobei auf dem nassen Pflaster nun die Lauftechnik gefragt war, zumal sich in der Passage durch den Fechenbach-Park Matsch an die Sohlen heftete.

Der TV kam insofern mit einem blauen Auge davon, zumal die ehrenamtlichen Macher  – die zur Zeiterfassung professionelles Equipment der Firma Race Result einkaufen – extreme Wetterlage aus der Stadtlauf-Geschichte gewohnt sind. „Das Team hat das wieder super organisiert“, lobte der neue Vorsitzende des 2 300 Mitglieder starken Vereins, Klaus Kern. „Sogar die Ergebnisse gibt es live im Internet. Und zum Stadtlauf kommen jedes Jahr viele Leute von außerhalb, er ist eine schöne Werbung für Dieburg.“

Über Jahre war der Termin im Sommer auch ein Anlass für Dieburgs Partnerstädte Aubergenville (Frankreich) und Mladá Boleslav (Tschechien), mit sportlichen und oft siegreichen Delegationen an der Gersprenz vorbeizuschauen. Aufgrund eines personellen Wechsels beim Aubergenviller Athletik-Club und des Todesfalls eines Organisatoren aus Mladá Boleslav fehlte diese internationale Note jedoch. Womit der Weg frei war für Gesamtsiege regionaler Ausdauersportler (siehe Infokasten), da für den Dieburger Stadtlauf wegen des Verzichts auf Siegprämien in der Regel auch keine Profiläufer melden.

VON JENS DÖRR

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