Suche nach neuen Pächter

Showdown zur Römerhalle

Bei der Suche nach einem neuen Pächter der „Guud Stubb“ sind noch zwei Kandidaten im Rennen. Die Entscheidung soll noch vor den Sommerferien fallen.

Dieburg – In zwei Wochen beginnen in Hessen die großen Ferien. Spätestens bis dahin soll Bürgermeister Frank Haus (parteilos) zufolge feststehen, wer die Nachfolge des Ende Juni ausscheidenden Tobias Niestatek als Pächter der städtischen Römerhalle antritt. Im Rennen seien faktisch nur noch zwei Kandidaten mit unterschiedlichen Konzepten, berichtete Haus am Donnerstagabend dem Haupt- und Finanzausschuss; der eine komme aus der klassischen Gastronomie, der andere aus dem Event-Bereich, habe aber auch in der Gastronomie „Fuß gefasst“. Das neue Pachtverhältnis, so Haus, beginne erst am 1. November dieses Jahres.

Auf Antrag der CDU hatte sich der Ausschuss generell mit dem neuen Pachtvertrag der Halle beschäftigt. Die Union forderte erfolgreich, dass der Kontrakt vor Abschluss dem Stadtparlament zur Beratung vorgelegt wird.

Die mehr als einstündige Diskussion am Donnerstagabend warf noch einmal viele Fragen der Parlamentarier auf, von denen einige zentrale bereits in den vergangenen Monaten für Unruhe und letztlich zur Kündigung Niestateks geführt hatten: An wie vielen Tagen in der Woche ist das Restaurant geöffnet? Wann und wie dürfen Vereine den großen Saal und die Räume im Obergeschoss nutzen? Können sie dabei auf Geschirr und Kaffeemaschine zurückgreifen? Dürfen die Vereine sich und/oder ihre Gäste selbst verköstigen? Bleiben die Toiletten im Untergeschoss geöffnet? Wer reinigt wann die Halle auf wessen Kosten? Wer achtet darauf, dass die Getränkepreise nicht zu hoch sind? Ist die Qualität der Speisen gesichert?

Vor allem die letzte Frage konnten Bürgermeister Haus sowie Ute Thomas und Ulrike Posselt vom Kulturamt der Stadt freilich nicht verbindlich beantworten. Haus berichtete aber, dass Magistratsmitglied Ferdi Böhm (SPD, ambitionierter Hobbykoch) die beiden verbliebenen Kandidaten mit ihrer deutsch-mediterranen Küche an ihren jetzigen Standorten getestet habe – und zufrieden gewesen sei. „Auf eigene Kosten“, ergänzte Böhm.

Ernster wurde es, als Haus wunschgemäß von den Vertragsverhandlungen berichtete: Start der „neuen“ Römerhalle soll also am 1. November sein; bereits geplante Veranstaltungen wie etwa der Seniorennachmittag im Oktober seien aber gesichert; laut Haus entweder durch die Stadt, den neuen Pächter oder Alt-Pächter Niestatek. Jedoch: Vor allem für das lukrative Weihnachtsfeiern-Geschäft scheint Anfang November zu spät.

Der Bürgermeister berichtete, die Höhe der Pacht, die gegenüber dem Status quo steigen solle, sowie die Anzahl der Öffnungstage seien noch „wesentliche Hürden“ im neuen Vertrag.

Generell sei das Restaurant zu klein, um gewinnbringend zu arbeiten, deshalb müsse man dem Pächter günstige Konditionen bieten. „Das ist besser als Leerstand“, sagte der Verwaltungschef. Sicher sei jedoch, dass das Restaurant mindestens an fünf Tagen geöffnet bleibe und dann auch länger warme Küche bieten solle.

Im Dreiecksverhältnis Stadt, Vereine, Pächter bleibt derweil vieles in einer Grauzone, was CDU-Parlamentarierin und Stadtverbandsvorsitzende Melanie Wehrle zu der Aussage veranlasste: „Wir machen also das Gleiche, das wir schon hatten.“

Frank Haus wollte dagegen, Aufbruchsstimmung erzeugen: „Wir brauchen jemanden, der Bock auf die Halle hat, da verzichte ich gerne auf den ein oder anderen Paragrafen.“ Und außerdem wusste der gelernte Jurist: „Es gibt keinen Vertrag, in dem alles geregelt ist.“

VON RALF ENDERS

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