Hallenbad darf länger genutzt werden

Wassersport am Campus bis Mai 2021

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Galgenfrist: Das Trainingsbad an der Konrad-Zuse-Straße kann länger als geplant, nämlich bis Mai 2021, genutzt werden.

Der Wassersportverein und die ARGE Campus haben sich geeinigt: Das alte Hallenbad darf anderthalb Jahre länger genutzt werden. Unterdessen hat der Kreistag, wie erwartet, eine Planungsbürgschaft abgesegnet.

Dieburg – Gute Nachrichten für alle, die auf den Hallenbad-Neubau und damit den Erhalt des ganzjährigen Wassersports in Dieburg hoffen: Anfang der Woche hat es mehrere wichtige Entscheidungen gegeben, die das Projekt nun sehr konkret und wahrscheinlich werden lassen. Allen voran die von den derzeitigen Nutzern des Bads am Campus ersehnte News: Im alten Hallenbad darf anderthalb Jahre länger als geplant geschwommen werden, also bis Mai 2021. Der Wassersportverein (WSV) Dieburg setzt darüber hinaus auf die Eröffnung des neuen Bads auf dem Freibad-Gelände im September 2021.

Diese Neuigkeiten stellten fast in den Schatten, dass der WSV schon am Montagnachmittag einen anderen Meilenstein erreichte. Wie erwartet (und vorab berichtet), beschloss der Kreistag des Landkreises Darmstadt-Dieburg die Übernahme einer Bürgschaft in Höhe von 500 000 Euro, die die über ein Darlehen finanzierten Planungskosten des Dieburger Vereins absichern. Das positive Votum des Kreistags war erwartet worden und nimmt dem WSV das Risiko, auf hunderttausenden Euro Schulden sitzen zu bleiben, falls er sich nach Abschluss der Planung doch noch gegen den Hallenbad-Neubau entschließen sollte.

Inzwischen sieht es aber klar danach aus, dass binnen der nächsten zwei Jahre all das gut wird, was lange unsicher war. Neben der Planungsbürgschaft, der schon länger beschlossenen millionenschweren Kreisbürgschaft für die Baukosten, der vorgelegten Kreis-Zusicherung über eine intensive Nutzung des neuen Bads fürs Schulschwimmen sowie einer (auch ohne Landeszuschuss) mittlerweile wieder tragfähigen Betriebskosten-Kalkulation hat der WSV einen anderen großen Brocken aus dem Weg geräumt: Vereinsvorstand und ARGE Campus sind sich über eine längere Nutzung des alten Bads einig geworden.

Das alte, vom WSV betriebene Trainingsbad am Campus steht auf einem Grundstück, das der ARGE Campus gehört und das die ARGE ursprünglich Anfang 2020 vermarkten wollte. Sechs Einfamilienhäuser sollen dort laut Projektentwickler Christian Früchtenicht von der ARGE entstehen. Letzter Tag für die Schwimmer sollte im alten Bad der 22. Dezember 2019 sein. Doch das seit 16 Jahren vom WSV betriebene Bad wird nahezu sicher länger in Betrieb bleiben dürfen.

Das bestätigte Früchtenicht unserer Zeitung und begründete dies damit, sich mit seinen Geschäftspartnern von der Babenhäuser Unternehmerfamilie Aumann „aus sozialer Verantwortung“ entschlossen zu haben, dem Wunsch des WSV nach einer längeren Nutzung nachzukommen und das Areal erst einmal nicht zu Geld zu machen. Früchtenicht will über das zusammen mit Janek Riedl betriebene Unternehmen F&R Projektbau ab 2020 auch im Auftrag des Vereins das neue Bad bauen. „Wir haben uns mit dem Wassersportverein zunächst auf eine Nutzung bis Mai 2020 geeinigt, aber mit der Option auf Verlängerung um ein Jahr bis Mai 2021“, so Früchtenicht. Damit soll in zwei Jahren der nahtlose Übergang vom alten ins neue Hallenbad (nur unterbrochen durch ein paar Monate während der Freibadsaison 2021) gewährleistet werden. Dieser nahtlose Übergang ist dem WSV ob der Angst vor einer Abwanderungswelle bei einer längeren Zeit ohne Hallenbad extrem wichtig.

Zwei Dinge seien mit Blick auf die längere Nutzung des alten Bads nun noch zu klären, erläutert Früchtenicht. Zum einen müsse die Stadt Dieburg die Straßen im Baugebiet „Am Campus“ demnächst abnehmen. Seitens des Rathauses hoffe man ebenso auf das Verständnis wie auf das der Anwohner, dass wegen der Verzögerung des Hallenbad-Abrisses und des Neubaus der sechs Häuser die letzten Straßenstücke am Hallenbad erst rund anderthalb Jahre später in den finalen Zustand versetzt werden dürften. „Wir werden dazu mit der Stadt und den Anwohnern in den Dialog treten“, versprach Früchtenicht.

VON JENS DÖRR

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