Ab heute rezensieren Leser jeweils zum 11. eines Monats ein Fastnachtsbuch

Erster Krimi führt nach Köln

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Zwölf Fastnachtskrimis hat Bernd „Berti“ Grimm, Macher der Fastnachts-Website dibborsch.de, ausgewählt. Zum jeweils 11. eines Monats wird den Lesern ein Buch von einem anderen Rezensenten nähergebracht.

Dieburg - In den Wochen vor Fastnacht und natürlich an den tollen Tagen selbst verzeichnet die Website dibborsch.de des Dieburgers Bernd „Berti“ Grimm viele tausend Aufrufe.

Mit Geschichten rund um Dieburgs Narretei hat er über Jahre hinweg eine große und treue Leserschaft aufgebaut. Der möchte er künftig auch abseits der Kampagne mehr Lesestoff als bislang bieten. Erste Zeugnisse werden ab dem heutigen Donnerstag monatliche Buchkritiken sein. Stets zum 11. eines Monats rezensiert ein (meist aus Dieburg stammender) Leser einen Fastnachtskrimi. Den Auftakt macht am heutigen Tag Melvin Haus. Der 39-Jährige, der ursprünglich aus dem indischen Bombay stammt und als dreijähriges Adoptivkind nach Dieburg kam, hat für Grimm das Buch „Alaaf für eine Leiche“ von Autor Peter Merzenich gelesen, in seinen Worten zusammengefasst und bewertet. IT-Fachmann Haus hat einen vielfältigen Bezug zur Dieburger Fastnachter – als Mitglied des KVD, aber auch der Krotzequetscher, was den Dienst in der Fastnachts-Kultkneipe „Safter“ praktisch mit einschließt. „Ich mache an der Buchaktion mit, weil ich bisher noch nie einen Fastnachtskrimi gelesen hatte und mich die Aktion neugierig gemacht hat“, sagt Haus. Besonders gern lese er normalerweise Biografien von Sportlern, Abenteuerbücher und alles, was humorvoll sei.

Wie Haus den Kölle-Krimi „Alaaf für eine Leiche“ bewertet und ob er dessen Lektüre empfiehlt, wird an dieser Stelle nicht verraten. Was dibborsch.de-Macher Grimm derweil verrät: Die Rezensionen werden seine Website vorerst für die Dauer eines Jahres bereichern. Zwölf Bücher mit Fastnachtsbezug aus dem Krimi-Genre hat der Dieburger unter anderem durch Online-Recherche ausfindig gemacht – mit Schauplätzen im Kölner Karneval ebenso wie in der Mainzer Fassenacht oder in der Schwarzwälder Fasnet. „Die Idee ist eigentlich aus einem Aprilscherz heraus entstanden, den ich auf dibborsch.de mal gemacht hatte“, blickt Grimm zurück. Damals wollte er erfahren haben, dass der in Darmstadt lebende Schriftsteller Michael Kibler einen Krimi veröffentliche, der an der Dieburger Fastnacht spiele. „Kibler hat mich dann kontaktiert und sagte, es sei schön, mal Opfer eines Aprilscherzes geworden zu sein“, erzählt Grimm. Mehr kam dann aber nicht – die leise Hoffnung, der Autor von in der Region spielenden Geschichten möge sich dieses Szenarios tatsächlich einmal annehmen, erfüllte sich zumindest bisher nicht.

Bilder: Maimarkt in Dieburg

Erfüllt hat sich hingegen Grimms Hoffnung, genügend Personen zu finden, die sich über eins der Bücher auf seiner Seite äußern und womöglich auch andere zum Lesen eines Buchs zu animieren – oder zu warnen, mit einem Werk bloß nicht seine Zeit zu vergeuden. Für acht der zwölf Krimis haben Grimm, der selbst begeisterter Leser ist, Rezensenten bereits zugesagt. KVD-Präsident Friedel Enders ist ebenso darunter wie Astrid Storck, Mitarbeiterin der Stadtbücherei. Kirstin Grimm, die in der „Frischen Quelle“ in Habichtsthal arbeitet, wohin der KVD alljährlich zur Klausurtagung fährt, wird sich des Buchs „Weck, Worscht und Mord“ annehmen.

Die zwölf Bücher werden später der Dieburger Stadtbücherei gespendet. Alle Rezensionen bleiben auf dibborsch.de abrufbar. Nach Haus’ aktueller Bewertung folgt die nächste am 11. Juni, die letzte steht am 11. April 2018 an. „Dann gucke ich mal, wie es im ersten Jahr angekommen ist und ob ich es sogar noch länger weiterführe“, so Grimm. (jd)

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